Privatanleger verkaufen Infineon aus steuerlichen Gründen
Dax gewinnt über 60 Punkte

Die Standardtitel im Deutschen Aktienindex (Dax) knüpften am Mittwoch an ihre vorweihnachtlichen Gewinne an und standen im Nachmittagshandel mit 1,25 % im Plus bei 6 329 Zählern. Dagegen gaben die 50 größten Wachstumswerte des NEMAX 50 ihre Anfangsgewinne wieder ab. Der Index verlor zuletzt 2,05 % auf 2 752 Punkte und vergrößerte seine Verluste. Der MDax für die 70 mittelgroßen Industriewerte verharrte im negativen Bereich und gab 0,26 % auf 4 553 Zähler ab

dpa FRANKFURT/MAIN. Allerdings seien die Umsätze sehr dünn. Man sollte die nachweihnachtlichen Handelstage besser unter dem Stichwort "Weihnachtsferien abhaken", sagte ein Analyst der Helaba Trust. Zum Jahresende seien vor allem defensive Titel gefragt. "Die Titel, die nicht gut gelaufen sind, kommen auch an den letzten Handelstagen nicht hoch", fügte er hinzu. "Deshalb ist auch der Neue Markt so schwach."

Unter den Dax-Gewinnern war die Aktie von BMW . Nach Presseberichten soll der Automobil-Hersteller von der ehemaligen Tochter Rover eine Zahlung von 500 Mill. Britischen Pfund erhalten. Die BMW-Aktie verteuerte sich um 4,46 % auf 34,46 Euro. Metro -Papiere stiegen um 3,41 % auf 47,67 Euro. Ein Händler sagte, dass das gute Weihnachtsgeschäft hier zu Buche schlage.

Trotz der Nachricht vom Tod des Vorstandsmitglieds Edson Mitchell notierte auch die Aktie der Deutschen Bank mit 1,44 im Plus bei 87,85 Euro. Ein Frankfurter Analyst war davon "überrascht", denn Mitchell sei "einer der führenden Köpfe" des Investment Bankings gewesen. Aber "so lange kein schwacher Nachfolger gewählt wird, dürfte die Aktie auch nicht unter Kursdruck geraten", fügte er hinzu. Nach Ansicht von Analyst Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck & Co ist das Investment-Banking durchaus auch sehr stark von Personen und deren Kontakten abhängig. "Insofern wird es für die Deutsche Bank in den nächsten Wochen erst mal schwierig sein, den Verlust zu ersetzen", sagte Becker.

Die höchsten Verluste musste die Aktie von Infineon hinnehmen. Sie verlor 2,72 % auf 38,97 Euro. "Privatanleger müssen bis Mittwoch verkaufen, wenn sie dies noch steuerlich geltend machen wollen", erklärte ein Händler. Das Umfeld für das Halbleiterpapier sei nicht so schlecht, als dass "Infineon derart schwach gemacht werden muss". Auch Daimler-Chrysler gehörten einmal mehr zu den Verlierern. Die Aktie mit dem Stern fiel seit der Fusion auf ein neues Rekordtief bei 42,80 Euro. Zuletzt verlor sie um 1,95 % auf 43,14 Euro. "Die Kursverluste sind nicht dramatisch, denn die Umsätze sind generell sehr dünn", gab sich Rolf Stegemann, Händler bei der BHF-Bank gelassen.

An den Börsen in London und Paris setzte die traditionelle Nachweihnachtsrallye ein - an beiden Handelsplätzen zeigten sich die Kurse fester. Auch die europäischen Standardwerte im EuroStoxx 50legten zu - nämlich um 1,14 % auf 4 708,76 Zähler.

Der Rentenmarkt präsentierte sich freundlich. Der Bund-Future stand unverändert bei 108,35 Punkten, während der Rentenindex REX um 0,3 % auf 112,49 Punkte stieg. Der Euro legte ebenfalls zu und wurde zuletzt zu einem Kurs von 0,9312 $ gehandelt. Damit war die US-Währung 2,1006 DM wert. Die Umlaufrendite wurde bei 4,83 % festgestellt (Freitag 4,85 %).

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