Privatbank verliert nach 173 Jahren die Unabhängigkeit
Bankenpool rettet angeschlagene Schmidt-Bank

Die in Bedrängnis geratene Schmidt-Bank wird durch eine konzertierte Aktion von deutschen Großbanken gerettet. Wie der Bundesverband deutscher Banken (BdB) gestern mitteilte, wird ein Bankenpool die Privatbank übernehmen.

HB MÜNCHEN. Beteiligt sind die vier Großbanken Hypo-Vereinsbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank sowie der öffentlich-rechtliche Sektor unter Führung der Bayerischen Landesbank. Wie der Bundesverband deutscher Banken weiter mitteilte, übernimmt die Gesellschaft vom Hauptaktionär, der Familie Schmidt, die Anteile an der Bank und startet anschließend eine Neustrukturierung. Das Bankgeschäft laufe uneingeschränkt weiter.

Die Banken werden sich aber nicht finanziell engagieren. Die Kosten soll der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken übernehmen. Angeblich werden die Bayern LB und der BdB die Federführung bei der Sanierung übernehmen. Es werde jetzt ein erfahrener Manager gesucht, hieß es. Dieser soll nach Informationen aus Bankenkreisen aber nicht sanieren, sondern die Abwicklung der 173 Jahre alten Privatbank aus Hof innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre übernehmen.

Mit der gefundenen Lösung bestehe jetzt für das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen keine Veranlassung mehr, bankenaufsichtsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen, wurde gestern betont. Dies deutet darauf hin, dass die Privatbank offenbar vor der Schließung stand. Die defizitäre Direktbank-Tochter der Schmidtbank, Consors, solle verkauft werden, hieß es aus den Bankenkreisen. Derzeit gebe es aber noch keine Gespräche mit Interessenten. Die Geschäfte bei Concors laufen nach Angaben des Direkt-Brokers trotz der Auffanglösung für die Muttergesellschaft Schmidt-Bank aber normal weiter.

Das Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass sich Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU)angesichts der sich zuspitzenden Krise der Schmidtbank um ein honoriges Ende des Traditionshauses in Form einer Auffanggesellschaft bemühe. Wiesheu habe bei einem Krisengespräch Vertreter der Finanzwirtschaft sowie den Chef der Bankenaufsicht, Jochen Sanio, gedrängt, einen Konkurs zu vermeiden.

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