Private Investitionen in die digitale Infrastruktur gefordert
Technologische Rückstände im E-Business schränken Wachstum ein

WASHINGTON. Ein Rückstand in der technologischen Entwicklung, speziell im elektronischen Sektor, kann sich für ein Land nicht nur in individuellen Wachstumseinbußen auswirken. Nationen, die sich nicht rechtzeitig und nicht vollständig dem 'E-Business" anschließen, können auch den Wachstumsprozess in ihrer Region behindern. Die technologischen Rückstände schlagen sich dann in grenzübergreifenden Wachstumseinbußen nieder.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des globalen E-Business durch die Washingtoner Beratungsfirma McConnell International LLC. Ihr Präsident Bruce McConnell war bis vor kurzem Direktor des 'International Y2K Cooperation Center" und hat die Y2K- Maßnahmen zur Jahrtausendwende koordiniert. Das Unternehmen hat die 'E-Bereitschaft" von 42 Ländern auf Grund von offiziellen volkswirtschaftlichen Daten und auf der Basis von 300 Interviews mit Regierungsbehörden, Computerfachleuten und Länderexperten eingestuft.

Der Bericht mit dem Titel 'Risiko EBusiness: Die Chancen der globalen E-Bereitschaft" (Risk E-Business: Seizing the Opportunity of Global EReadiness) stuft jede der untersuchten Volkswirtschaften nach fünf Kriterien ein: Vernetzung des Landes, technologische Führung, Informationssicherheit, menschliche Kapazitäten und das technologische Geschäftsklima. 'Ohne die rasche Einbeziehung einer zunehmenden Zahl von Menschen rund um die Erde in die digitale Kommunikation wird die globale Wirtschaft stagnieren und das Potenzial der vernetzten Welt nicht realisiert", stellt die Untersuchung fest.

Die 42 untersuchten Länder in Europa, Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Mittleren Osten sind nach Meinung der Autoren die 'Quellen des Wachstums in der nächsten ökonomischen Phase der Weltwirtschaft". In ihnen leben drei Viertel der Weltbevölkerung, die mehr als ein Viertel des globalen Bruttosozialprodukts erwirtschaften.

Am stärksten sind Nordamerika, Europa und Japan vernetzt. Staaten wie Estland, Korea und Costa Rica schließen indessen schnell zu Japan auf. Doch 23 Länder, unter ihnen Russland, China, Indonesien und Südafrika, weisen in wenigstens zwei der untersuchten Kriterien erhebliche Rückstände auf. In ihnen kann nach der These der Studie E-Business noch nicht blühen. Wörtlich heißt es in der Untersuchung: 'Ohne nennenswerte Fortschritte in den nächsten drei Jahren werden diese Länder vor großen Herausforderungen stehen, wenn sie mit den wirtschaftlich führenden Nationen mithalten wollen."

Die Rückstände können nach Meinung der Autoren nur ausgeglichen werden, wenn die betreffenden Länder private Investitionen in der digitalen Infrastruktur fördern, Wettbewerb und Transparenz stärken und die Ausbildung von elektronischen Fachleuten ausweiten. Zugleich müssten aber auch die Informationssicherheit, die Privatsphäre und das geistige Eigentum an Programmen gewährleistet sein.

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