Private will Erotik via Taschencomputer verkaufen

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Private will Erotik via Taschencomputer verkaufen

Die an den Neuen Markt strebende Private Media Group will künftig Erotik auch über die vor allem bei Geschäftsmännern beliebten Taschencomputer verkaufen.

rtr FRANKFURT. "Wir arbeiten daran, demnächst auch erotische Inhalte über diese Rechner zu verkaufen", sagte Bert Milton, Vorstandsvorsitzender von Private Media, am Mittwoch in Frankfurt. Die Übertragung auf Taschencomputer (Palms oder PDAs) werde allerdings erst so richtig mit dem neuen Mobilfunkstandard UMTS funktionieren. Der bereits an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Anbieter von pornografischen Filmen strebt zum 4. Februar ein Listing am Neuen Markt an und wäre damit dessen erster Neuzugang in diesem Jahr.

Die in Barcelona ansässige Private Media verkauft Magazine, Videokassetten, DVDs und betreibt TV-Kanäle für "Erwachsenenunterhaltung". Im Geschäftsjahr 2000 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 26,5 (Vorjahr: 18,0) Mill. ? bei einem Überschuss von 5,4 (2,0) Mill. ?. Für 2001 erwarten die Analysten des Konsortialführers Commerzbank einen Umsatz von 36,9 Mill. ? bei einem Ergebnis nach Steuern von 9,4 Mill. ?.

Das Unternehmen habe stabile Umsätze aus traditionellen Produkten Video und Zeitschrift und sei in den vergangenen Jahres vor allem durch die Verwertung der Inhalte via Internet und DVD gewachsen, sagte Milton. In diesen Bereich wolle man weiter expandieren und dabei auch Unternehmen zukaufen. In dem sehr fragmentierten Erotikmarkt wolle Private die Konsolidierung mit vorantreiben. Unternehmen der Branche seien im Vergleich zu anderen Sektoren relativ günstig für das Zwei- bis Dreifache des Ergebnisses zu erwerben, wenn man die Übernahme nicht mit Aktien sonder bar zahle.

Private habe sich für ein Zweitlisting am Neuen Markt entschieden, weil Investoren in Europa leichter zu erreichen seien, sagte Philip Christmas, Finanzdirektor des Unternehmens. Außerdem sei Europa mit 67 % der Umsätze der wichtigste Absatzmarkt. Bedenken, es gebe kein Interesse mehr von Seiten institutioneller Anleger an Listings am Neuen Markt, teile er nicht, sagte Christmas. Im Gegenteil, Private könne sich nicht über zu geringe Aufmerksamkeit beklagen. Daher sei es für ihn kein Problem, als Erster in diesem Jahr den Schritt an das Wachstumswertesegment der Deutsche Börse AG zu wagen.

Private bietet zwischen dem 25. Januar und 1. Februar insgesamt 7,4 Mill. Aktien zur Zeichnung an. Davon stammen 5,8 Mill. aus einer Kapitalerhöhung, 700 000 Aktien werden von Altaktionären abgegeben. Außerdem steht eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) über 900 000 Aktien ebenfalls aus dem Besitz der aktuellen Anteilseigner zur Verfügung. Den Angaben zufolge haben sich die Altaktionäre zu einer Haltefrist von zwölf Monaten verpflichtet.

Der Ausgabepreis werde sich an der Kursentwicklung in New York orientieren, sagte Christmas. Bei einem Nasdaq-Kurs von 7,60 Dollar am Mittwochnachmittag ergibt sich ein Gegenwert der Kapitalerhöhung von rund 44 Mill. Dollar. Auf Basis von 34,7 Mill. ausstehenden Aktien nach der Platzierung ergibt sich entsprechend eine Marktbewertung des Unternehmen von rund 264 Mill. Dollar.

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