Privatkundenmarkt im Visier
Royal Bank of Scotland strebt nach Deutschland

Die fünftgrößte Bank der Welt, die (RBS), plant eine weitere Expansion in den deutschen Privatkundenmarkt. "Beim Retail- und Direktbanking steht Deutschland für uns sicher an erster Stelle", sagte RBS-Vorstandschef Fred Goodwin im Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe).

Reuters FRANKFURT. Ein angebliches Interesse der RBS an der zum Verkauf stehenden Norisbank kommentierte Goodwin jedoch nicht. "Wir kommentieren keine Spekulationen", sagte der RBS-Chef. Die hochprofitable Nürnberger Privatkundenbank wird derzeit von ihrer Konzernmutter Hypo-Vereinsbank versteigert. Branchenkreisen zufolge haben die Royal Bank of Scotland und die HSBC Interesse an der Norisbank signalisiert. Die Deutsche Post hatte jüngst angekündigt, eine Übernahme der Norisbank zu prüfen.

Nach Angaben aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen will die HVB mindestens 400 Mill. Euro für das Nürnberger Institut bekommen. Die Norisbank mit ihren gut 100 Filialen und rund 500 000 Kunden soll verkauft werden, da sie nicht mehr in die auf das gehobene Privatkundengeschäft und den Mittelstand ausgerichtete Strategie der HypoVereinsbank passt.

"Wir prognostizieren für dieses Geschäftsjahr einen hohen Kapitalüberschuss. Da ist Raum für kleinere und mittlere Übernahmen", sagte Goodwin. Es sei dafür nicht nötig, die Aktionäre um neues Kapital zu bitten. Man werde im Gegenteil Kapital an sie zurückgeben, sollte kein geeignetes Übernahmeziel auftauchen. Dennoch hält sich Goodwin auch die Möglichkeit eines größeren Deals offen und schloss eine Kapitalerhöhung nicht aus. "Wenn der richtige Deal käme und die Aktionäre zustimmen, würde ich auch zum Markt gehen", sagte er.

Ein solches Geschäft müsse zwei Kriterien erfüllen: "Die Kosten-Ertrags-Relation muss mit unserer übereinstimmen, und die IT-Plattform muss leicht bei uns integrierbar sein." Bei Bankdienstleistungen bringe die Zusammenführung der Informationstechnologie die größten Kostenvorteile bei einer Fusion. Wenn in Deutschland keine Übernahme gelinge, werde man das Geschäft organisch vorantreiben.

Die RBS ist nach eigener Aussage die profitabelste Bank Europas und erwirtschaftet eine Vorsteuermarge von 21,6 %. In den letzten vier Jahren ist sie von einer schottischen Regionalbank zu einem Finanzriesen mit einem Jahresgewinn von 6,5 Mrd. Pfund (9,2 Mrd. Euro) gewachsen. In Europa übertrumpft sie bei der Börsenkapitalisierung nur die britische HSBC. Neben Finanzdienstleistungen für Konsumenten ist das Firmenkundengeschäft die zweite starke Säule der RBS.

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