Privatleute protestieren im Netz
Online gegen Schröder

In bisher ungekanntem Umfang wird das Internet für Aktionen gegen die Politik von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) genutzt. Dabei vermischen sich parteipolitische Interessen mit Initiativen von Privatleuten.

HB/mno DÜSSELDORF. Konkrete Folgen zog die Aktion "Letztes Hemd" des Internet-Marketing-Experten Christian Stein aus Schwerte bei Dortmund nach sich (aktionletzteshemd.de). Nach Angaben des Bundespresseamtes kamen nach einer Kettenbrief-Aufforderung Steins, damit gegen die Steuerpolitik zu protestieren, rund 1400 alte Hemden im Kanzleramt an. 400 Textilien seien schon an das Gebrauchtwarenkaufhaus "Bring?s und Kauf" in Bielefeld weitergeleitet worden, teilte ein Sprecher mit. Damit diene die Aktion einem karitativen Zweck.

Die CDU wirbt auf ihrer Web-Site (cdu.de) für die Aktion Steins. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die rechtsradikalen "Jungen Konservativen" (junge-konservative.de) mit einem gleich lautenden Text dazu aufrufen, das Kanzleramt mit Hemden zu beliefern. Stein und die "Jungen Konservativen" dementieren eine Zusammenarbeit.

Die Aktion ist nur eine von unzähligen im Web, die sich gegen Schröder richten. So ermuntern zwei Privatleute aus der Nähe Münchens dazu, dem Kanzler eine Protestmail gegen dessen Steuerpolitik zu schicken. Die Initiatoren sind nach eigenen Angaben parteipolitisch ungebundene Familienväter und Angestellte (initiative-eigenverantwortung.de). Der Hamburger freie Journalist Friedrich-Wilhelm Pohl (schroeder-raus. de) will nur mal "die Stimmung testen". Auch er gehöre keiner Partei an: "Ich bin Anarchist."

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%