Privatsender verschärfen Ton
Streit um Internet-Angebote von ARD und ZDF

Die privaten Fernseh- und Hörfunksender schlagen einen schärferen Ton gegen ARD und ZDF an. Es müsse verhindert werden, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihr Internet-Angebot weiter ausbauen und die Unterhaltung einen noch größeren Platz im Programm bekommt, sagte der wiedergewählte Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), Jürgen Doetz, am Dienstag in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Dies müsse in den Rundfunkstaatsverträgen festgehalten werden. Bis dahin dürften die Gebühren nicht steigen.

Das "ausufernde" Online-Angebot von ARD und ZDF müsse sich auf das Programm beschränken. "Schluss mit "www.gebührenmissbrauch.de!", sagte Doetz zum Abschluss der VPRT-Mitgliederversammlung. Auch die Abschaffung von Werbung sei "kein Tabu-Thema" mehr.

Das angekündigte Breitband-Portal "tagesschau.de" lasse sich nicht mit Werbung refinanzieren und müsse aus Gebühren bezahlt werden, betonte der VPRT-Vorstand für Multimedia, Marcus Englert (SevenOne Intermedia). Zur Finanzierung von Übertragungsrechten drohe auch eine "Fußballsteuer" in Gestalt höherer Gebühren.

Gegen "Wettbewerbsverzerrungen" von ARD und ZDF hatte der VPRT Beschwerde vor der EU-Kommission in Brüssel eingelegt. Neue Richtlinien sollten die Quersubventionierung privatwirtschaftlicher Aktivitäten durch die Öffentlich-Rechtlichen verhindern, sagte Doetz.

Zwar sollten die Rundfunkgebühren sicher stellen, dass ARD und ZDF ihr Angebot an Information, Bildung und Kultur sichern, das Unterhaltungsangebot dürfe im Programm aber kein stärkeres Gewicht bekommen. Dafür sei eine klare Definition des Programmauftrages notwendig. Hierfür gebe es auch zunehmende Unterstützung aus den Länderparlamenten.

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