Pro Bahn schwächt Kritik ab
Bahn bleibt bei Preissystem

Trotz der anhaltenden Kritik lehnt die Deutsche Bahn jede kurzfristige Änderung an ihrem neuen Preissystem ab. "Wir werden nicht nach einer Woche damit beginnen, das System zu verschlimmbessern", sagte Bahnsprecher Gunnar Meyer am Montag in Berlin

HB/dpa BERLIN. Im derzeitigen Weihnachtsverkehr klagen viele Kunden vor allem über lange Schlangen an den Schaltern. Kritiker führen dies darauf zurück, dass viele Bahnangestellte mit den neuen Tarifen selbst noch nicht zurecht kommen. Auch die Bundesregierung sprach von "Startschwierigkeiten".

Die Bahn stellt Änderungen weiterhin frühestens in einem Jahr in Aussicht. "Wir müssen dem neuen System Zeit lassen", sagte Meyer. "Jetzt ist es für Änderungen noch viel zu früh." Mit den bisherigen Buchungszahlen ist die Bahn nach eigenen Angaben sehr zufrieden. Allein am vergangenen Wochenende seien in den Fernverkehrszügen rund 1,5 Millionen Fahrgäste unterwegs gewesen. Der Bund, dem der Verkehrskonzern zu 100 Prozent gehört, will der Bahn ebenfalls Zeit lassen. Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums kündigte einen Zwischenbericht bis Ende März an.

Die Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet kritisierte, dass die Kontingente für verbilligte Tickets zu klein seien. Dadurch entstehe bei den Kunden "weiterer Beratungsbedarf", sagte Gewerkschaftschef Norbert Hansen. Die Reisezentren seien deshalb vielerorts überfüllt. Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnete die Beratungsqualität an den Schaltern sogar als "insgesamt miserabel".

Den Vorwurf, jeder zweite Fahrgast müsse wegen schlechter Beratung zu viel bezahlen, hielt Pro-Bahn-Chef Karl-Peter Naumann allerdings nicht aufrecht. Ein entsprechendes Zitat sei von der "Bild am Sonntag" verkürzt wiedergegeben worden, sagte Naumann der dpa. Die Chefredaktion der Sonntagszeitung erklärte, das Zitat sei genau so autorisiert worden. Die Bahn will wie angekündigt juristisch gegen den Verbandschef vorgehen. "Das lassen wir uns nicht mehr gefallen", sagte Bahnsprecher Meyer. "Hier ist bewusst die Unwahrheit gesagt worden, um uns zu schaden."

Das neue Preissystem der Bahn gilt seit dem 15. Dezember. Mit den neuen Tarifen will der Verkehrskonzern die Auslastung der Züge verbessern. Ähnlich wie in Flugzeugen bekommen Frühbucher Rabatt. Außerdem gibt es Vergünstigungen für Gruppen und Familien.

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