Pro Familia: Kein Trend
Weniger Schwangerschaftsabbrüche im dritten Quartal

Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist im dritten Quartal dieses Jahres gesunken. Experten sehen darin allerdings keinen Trend zu einem generellen Rückgang bei den Schwangerschaftsabbrüchen. Rund 31 200 Schwangerschaften wurden von Juli bis September 2002 beendet. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

HB/dpa WIESBADEN. Die meisten Schwangerschaften (81 %) wurden mit der Absaugmethode abgebrochen. Rund 6 % der Frauen waren zum Zeitpunkt der Abtreibung minderjährig. Insgesamt gab es in den ersten neun Monaten 100 270 Abtreibungen (minus 2 688).

"Die Zahlen variieren stets leicht, im weltweiten Vergleich haben wir in Deutschland aber eine stabile, niedrige Zahl bei den Abbrüchen", sagte Ines Thonke vom Bundesverband Pro Familia in Frankfurt. Auch die Statistiker sahen keinen allgemeinen Trend hin zu weniger Abtreibungen.

In 6 % der Fälle und damit etwas öfter als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (5 %) trieben die Frauen mit der so genannten Abtreibungspille "Mifegyne" ab, die seit drei Jahren auf dem Markt ist. "Viele Ärzte bieten diese Alternative zum chirurgischen Eingriff nicht an, weil sie dafür eine schlechtere Vergütung erhalten", sagte die Pro-Familia-Referentin für Familienplanung und Gesundheit Thonke als Begründung für die vergleichsweise niedrige Zahl von medikamentösen Abbrüchen. Dazu komme, dass die Methode nur bis zum 49. Tag angewendet werden könne.

Etwa 48 % der Frauen waren nach Angaben der Statistiker zum Zeitpunkt des Abbruchs ledig, ungefähr ebenso viele verheiratet (46 %). Der Großteil der Frauen (70 %), die einen Abbruch vornehmen ließen, waren zwischen 18 und 35 Jahren. Etwa 7 % 40 Jahre oder älter. Damit hat sich die Altersstruktur der Frauen - auch bei der Zahl der Minderjährigen - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kaum verändert.

In 2,5 % der Fälle brachen die Frauen die Schwangerschaft ab, weil ihre Gesundheit wegen der Schwangerschaft in Gefahr war oder weil sie Opfer eines Sexualverbrechens geworden waren. Bei 97,5 % der Abbrüche trieben die Schwangeren dagegen nach der gesetzlich vorgeschriebenen Beratung ab. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte es etwas mehr Abbrüche aus medizinischen oder kriminologischen Gründen gegeben (2,9 %).

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