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Pro Sieben Sat.1 steigt bei tm3 ein

Der Medienkonzern will mit der Beteiligung an dem ehemaligen Frauensender in das interaktive Fernsehen einsteigen.

rtr/ddp MÜNCHEN. Die Pro Sieben Sat.1 Media AG will mit einer Beteiligung an der tm3-Holding Euvia Media AG in das interaktive Fernsehen einsteigen. Wie der Medienkonzern am Montag in München mitteilte, erwirbt Pro Sieben Sat.1 rund 48,4 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Euvia Media AG & Co. KG von der Hot Networks AG. Euvia Media ist im Besitz sämtlicher Anteile des Fernsehsenders tm3, der im Laufe des Jahres zu einem Spartenkanal für Live-Unterhaltung mit interaktiver Zuschauerbeteiligung umgewandelt werden soll.

Zudem erhalte Euvia ein langfristiges Gesellschafterdarlehen von 112 Millionen Euro. Im Gegenzug werde Hot Networks die Anlaufverluste des Unternehmens tragen. Mit dem Einstieg erweitere Pro Sieben sein Portfolio um das Transaktionsfernsehen, hieß es in der Mitteilung.

tm3 will interaktive Zuschauerbeteiligung etablieren

Im Januar hatte die Kirch-Gruppe den Spartensender tm3 von dem australischen Medienkonzern News Corp erworben und an die Hot-Tochter Euvia weitergereicht. Der ehemalige Frauensender will im Laufe des Jahres zu einem Spartenkanal mit Live-Unterhaltung und interaktiver Zuschauerbeteiligung werden. Außerdem plane Euvia einen weiteren Spartenkanal, der unter dem Arbeitstitel "urlaubsreif" Reise- und Touristik-Programme senden werde. Der Start dieses Dienstes, der sich wie tm3 überwiegend aus den Erlösen der Zuschauertransaktionen finanziere, sei für das erste Halbjahr 2002 vorgesehen.

"Mit der unternehmerischen Beteiligung von Euvia erschließt sich die Pro Sieben Sat.1-Gruppe neben der klassischen Fernsehwerbung neue und attraktive Erlöspotenziale im Bereich des Transaktionsfernsehens", sagte Pro Sieben-Chef Urs Rohner. Euvia-Chefin Christiane zu Salm sieht die Münchener Senderfamilie als idealen Partner: "Der Einstritt des führenden deutschen Fernsehhauses in unseren Gesellschafterkreis wird uns beim Aufbau des neuen Transaktionsfernsehens nachhaltig stärken."

Die Gewinnzone soll Euvia, an der Hot Networks mit 48,6 Prozent und von Salm mit 3 Prozent beteiligt sind, den Angaben zufolge 2004 erreichen. Ab 2005 soll die Umsatzrendite vor Steuern prozentual deutlich zweistellig steigen. Die Anlaufverluste würden von der Hot Networks gedeckt. Die Beteiligung von Pro Sieben an der Senderholding muss noch von den Kartellbehörden und von den Medienrechtlichen Gremien genehmigt werden.

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