Pro Sieben Sat1 will Angebot nicht erhöhen
TV-Poker in der heißen Phase

Die Senderfamilie Pro Sieben Sat1 bietet nach eigenen Angaben 15 Mill. ? weniger als die ARD für die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga, will die Offerte aber nicht erhöhen. Damit ist die Wiederbelebung der legendären "Sportschau" so gut wie sicher.

Reuters KÖLN. Pro Sieben Sat1 habe dem Schweizer Rechtevermarkter Infront 40 Mill. ? für die Erstverwertungsrechte an den Samstags- und Sonntagsspielen der Bundesliga geboten, plus einen Betrag X für jedes Live-Spiel, nannte Vorstandschef Urs Rohner am Montag auf einem Medienkongress in Köln erstmals konkrete Zahlen. "Wir sind nach wie vor bei der Fußball-Bundesliga im Gespräch", äußerte Rohner zunächst Hoffnungen, doch noch zum Zuge zu kommen. "Wir werden aber sicher nicht ein höheres Angebot machen", fügte er später hinzu.

Preistreiberei vorgeworfen

Damit dürften die öffentlich-rechtlichen Sender den Zuschlag bekommen, die 55 Mill. ? für die Rechte geboten haben, wie SWR-Intendant Peter Voß in der Diskussionsrunde mit Rohner und RTL-Chef Gerhard Zeiler bestätigte. Dabei will die ARD die Samstagsspiele, das ZDF die Sonntagsspiele zusammenfassen. Die Verhandlungen mit Infront sollten noch am Dienstag abgeschlossen werden, fügte Voß hinzu. "Morgen früh werden wir einen Abschluss haben." Rohner und Zeiler, die Chefs der beiden großen deutschen Privatfernsehgruppen, warfen der ARD Preistreiberei vor und sagten, die nun auf dem Tisch liegende Summe sei nicht zu refinanzieren. Es sei kritisch zu beurteilen, wenn die ARD mit den Gebührengeldern Preise für Sportrechte in die Höhe treibe.

"Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt", verteidigte Voß die Offerte. Durch Werbung und Sponsoring sei der Preis auch sehr wohl finanzierbar. Außerdem würden die Produktionskosten für Serien wegfallen, die der neuen Sportschau nun weichen würden.

RTL grundsätzlich an DFB-Pokal interessiert

Pro Sieben Sat1, die im dritten Jahr mit sinkenden Werbeeinnahmen zu kämpfen hat, hatte Zusammenfassungen der Bundesliga-Spiele in den vergangenen elf Jahren in der Sendung "ran" gezeigt und zuletzt 80 Mill. ? pro Saison für die Rechte bezahlt. Damit habe die Senderfamilie 50 Mill. ? Verlust gemacht, sagte Rohner. Die ARD, die ein Interesse an der Bundesliga bisher dementiert hatte, hatte in der vergangenen Woche überraschend die Rückkehr in das Bieterverfahren angekündigt und einen baldigen Abschluss der Verhandlungen in Aussicht gestellt. Die neue "Sportschau", die im alten Format 1988 zum letzten Mal zu sehen war, soll durch Werbeblöcke unterbrochen werden. Außerdem will die ARD die Rechte am Fußball-UEFA-Cup und möglicherweise auch dem DFB-Pokal verkaufen.

Zumindest am DFB-Pokal äußerte RTL-Chef Zeiler ein gewisses Interesse. "Wenn das wirtschaftlich darstellbar wäre und die öffentlich-rechtlichen das tatsächlich abgeben wollen, dann würden wir uns das anschauen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Am UEFA-Cup sei RTL aber nicht interessiert.

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