Probleme bei Terminal ungelöst
Fraport spürt noch keinen kräftigen Aufwind

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet für sein gescheitertes Terminal-Projekt in der philippinischen Hauptstadt Manila nicht mit einer raschen Entschädigung.

HB/dpa FRANKFURT/M. Fraport spürt noch keinen kräftigen Aufwind nach den Einbußen wegen der schweren Krise der Luftfahrt. "An die Erholung glauben wir erst, wenn wir sie in unseren Verkehrs- und Geschäftszahlen sehen", sagte der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Bender auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Frankfurt. Die Passagierzahlen des Vorjahres seien 2003 wohl nicht ganz zu erreichen. Einbußen sollten aber mit Einsparungen ausgeglichen werden. Beim problematischen Terminalprojekt auf den Philippinen seien keine raschen Rückerstattungen zu erwarten.

Am Hauptstandort, dem Frankfurter Flughafen, seien die Passagier- Zahlen im April und Mai wegen des Irak-Krieges, der Lungenkrankheit Sars und der schwachen Konjunktur um jeweils rund fünf Prozent zurückgegangen, sagte Bender. Neben laufenden Kostensenkungs- Programmen könnten als Ausgleich für Passagiereinbußen falls notwendig Investitionen von bis zu 100 Millionen gekürzt oder verschoben werden. Beim Frachtumschlag werde in diesem Jahr dagegen ein Plus erwartet. Der Vorstand bekräftigte das Ziel, 2003 einen Überschuss nach Steuern von 106,7 Millionen Euro zu erreichen. So viel hätte Fraport unter dem Strich bereits im vergangenen Jahr verdient, wenn das Terminalprojekt in Manila nicht komplett mit 290 Millionen Euro abgeschrieben worden wäre. In den Büchern standen 120,8 Millionen Euro Verlust. Die Dividende soll ausfallen.

Beim Terminalprojekt in Manila sei weiterhin keine Lösung erzielt, sagte Bender. Mit der Abschreibung seien aber keinerlei Ansprüche aufgegeben worden. Das Unternehmen werde externe Projekte künftig noch vorsichtiger prüfen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz warf dem Vorstand vor, für "das größte Desaster in der Firmengeschichte" verantwortlich zu sein. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), bekräftigte die Empfehlung, den Vorstand zu entlasten. Fraport verhandelt wegen politischer Querelen auf den Philippinen seit Monaten über einen Ausstieg aus dem Projekt. Der Konzern ist mit 30 Prozent an der Gesellschaft für den Bau und Betrieb des Terminals beteiligt, das zwar fertig gebaut, aber noch nicht eröffnet ist.

Die am Frankfurter Flughafen geplante neue Landebahn sei mit dem Betrieb des nahe gelegenen Chemiewerks Ticona vereinbar, sagte Bender. Kritiker machen mit Verweis auf bisher unveröffentlichte Gutachten dagegen mögliche Sicherheitsrisiken geltend. Der chemische Produktionsbereich werde nach dem Ausbau kaum noch tangiert, sagte Bender. Er bekräftigte, dass die Landebahn Ende 2006 in Betrieb gehen solle. Das Planfeststellungsverfahren werde im Sommer beantragt. Von 2006 an solle zudem mit dem Bau eines dritten Terminals im Süden des Flughafengeländes begonnen werden.

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