Probleme bei Transport und Verteilung
Skepsis wegen EU-Rindfleischlieferung nach Nordkorea

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) ist skeptisch gegenüber einer Lieferung von Rindfleisch aus der EU nach Nordkorea. "Man kann in keiner Weise sicher sein, dass die Nahrungsmittel tatsächlich bei den Bedürftigen ankommen", sagte Wieczorek-Zeul am Freitag in Berlin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Deutschen Welthungerhilfe. Überdies gebe es Probleme bei Transport und Verteilung des verderblichen Fleisches.

dpa BERLIN. Die nordkoreanische Regierung hatte sich in einem Schreiben an Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) bereit erklärt, unter bestimmten Bedingungen Rindfleisch aus Deutschland zu übernehmen. In den nächsten Tagen werde sich Künast deshalb mit einem hochrangigen Vertreter Nordkoreas treffen, sagte ein Sprecher ihres Ministeriums.

Voraussetzung für eine Rindfleisch-Lieferung ist nach Worten von Wieczorek-Zeul, dass die nordkoreanische Regierung den internationalen Hilfsorganisationen "völlig ungehinderten Zugang zu der betroffenen Bevölkerung gewährt". Die Regierung sei maßgeblich mitverantwortlich für den Hunger im Lande.

Wieczorek-Zeul betonte, dass angesichts von 800 Mill. Hungernden auf der Welt nachhaltige Entwicklungshilfe notwendig ist, die den Menschen längerfristig die Chance gibt, sich von ihrem Land selbst zu ernähren. "Ich kriege einen dicken Hals, wenn ich merke, dass über den Hunger in der Welt erst diskutiert wird, wenn wir etwas zu exportieren haben", sagte die Ministerin.

Die Vorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, hält es für "grundsätzlich schwierig", den Wunsch Nordkoreas nach Rindfleisch abzulehnen. "In Nordkorea bricht kein Markt für Rindfleisch zusammen, weil es keinen Markt gibt." Sie sieht jedoch Schwierigkeiten bei der Überwachung der Verteilung. Auch müsse ausgeschlossen werden, dass Nordkorea das Fleisch nicht wieder exportiere, um an Devisen zu gelangen. Die Deutsche Welthungerhilfe unterstützt mehrere Projekte in Nordkorea, etwa zur Schulspeisung und für den Bau von Gewächshäusern.

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