Probleme beim Wechsel von GSM zu UMTS
UMTS spielt bei O2 nicht vor 2004 eine Rolle

Der viertgrößte deutsche Mobilfunkanbieter O2 rechnet nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2004 mit einem großflächigen Start des neuen Mobilfunkstandards UMTS.

Reuters MÜNCHEN. In nennenswerten Stückzahlen werde UMTS wohl erst im Weihnachtsgeschäft kommenden Jahres für den Verbraucher relevant werden, sagte O2-Chef Rudolf Gröger am Mittwoch auf der Bilanz-Pressekonferenz in München. Derzeit gebe es noch technische Probleme beim automatischen Wechsel der Mobiltelefone von dem alten GSM-System auf den neuen Standard. Hinzu komme, dass die neuen Handys derzeit weder hinsichtlich ihrer Akku-Leistung noch ihres Designs attraktiv seien.

O2 konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 (zum 31. März) erstmals vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen einen Gewinn (Ebitda) verbuchen. Allerdings musste die Tochter der britischen mmO2 5,5 Mrd. ? des Werts ihrer teuer ersteigerten UMTS-Lizenz abschreiben, die jetzt noch mit drei Mrd. ? in den Büchern steht.

O2 werde wie von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation gefordert bis Ende 2003 eine UMTS-Abdeckung für ein Viertel der Bevölkerung sicherstellen, sagte Gröger. Er räumte ein, die noch vor zwei Jahren erwarteten Renditen mit dem neuen Mobilfunkstandard hätten sich als zu optimistisch erwiesen. Zugleich warnte er vor grundlegender Skepsis: "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht aus der Champagner-Laune in die Suizid-Laune kommen".

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte O2 mit 43 (Vorjahr minus 270) Mill. ? erstmals ein positives Ebitda, während der Umsatz um 16 % auf 1,65 Mrd. ? kletterte. Die Kundenzahl erhöhte sich um knapp ein Viertel auf 4,81 Millionen, so dass O2 seinen Marktanteil eigenen Angaben zufolge auf acht (sieben) Prozent steigern konnte.

"Wir sind damit unter dem Strich ein bis eineinhalb Jahre jeglichen Erwartungen voraus", resümierte Gröger. 2003 wolle O2 diese Wachstumsgeschwindigkeit beibehalten und den Marktanteil um einen weiteren Prozentpunkt steigern. Die Ebitda-Marge solle im zweistelligen Prozentbereich liegen. In möglicherweise zwei Jahren sei auch inklusive Abschreibungen ein positives operatives Ergebnis (Ebit) denkbar. 2002/03 hatte das Ebit - bereinigt um die UMTS-Abschreibung - bei minus 365 Mill. ? gelegen.

Mit Blick auf die sich seit Monaten haltenden Gerüchte um eine Fusion mit der niederländischen KPN beziehungsweise ihrer Tochter E-Plus, bekräftigte Gröger, es bestünden diesbezüglich keine Pläne. "Es finden keine Gespräche statt, das sind Spekulationen."

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