Probleme durch Prüfungsverfahren der EU-Kommission
Verkauf der Fairchild-Dornier-Flugzeugfertigung besiegelt

Der Verkauf der Flugzeugfertigung des insolventen Traditionsunternehmens Fairchild Dornier ist unter Dach und Fach. In der vergangenen Woche seien die Verträge über den Verkauf der Produktion des 328-Jets an das US-Luftfahrtunternehmen Avcraft unterschrieben worden, bestätigte Fairchild Dornier- Geschäftsführer Thomas Brandt der "Financial Times Deutschland". Avcraft plane die Wiederaufnahme der Serienproduktion des Regionaljets am Firmensitz in Oberpfaffenhofen bei München.

HB/dpa OBERPFAFFENHOFEN. Probleme drohen Fairchild Dornier aber durch ein Prüfungsverfahren der EU-Kommission im Zusammenhang mit staatlichen Unterstützungen für den Flugzeugbauer. Die Brüsseler Behörde beschloss am Mittwoch eine vertiefte Prüfung des zweiten Rettungspakets, die bis zu 18 Monate dauern kann. Die Wettbewerbshüter sehen in dem Sozialplan für rund 1800 Mitarbeiter eine unerlaubte Beihilfe. Die Bundesanstalt für Arbeit hatte die 30 Millionen Euro teure Maßnahme größtenteils finanziert.

Fairchild Dornier hatte im April vergangenen Jahres Insolvenzantrag gestellt. Da sich trotz monatelanger Suche kein Käufer für das Gesamtunternehmen fand, beschlossen Gläubiger und Insolvenzverwalter kurz vor Weihnachten die Zerschlagung. Dabei wurde auch der Verkauf des 328-er Programms an Avcraft angekündigt. Allerdings stand die Transaktion noch unter Vorbehalt.

Trotz der geplanten Wiederaufnahme der Serienproduktion für den 328-er Jet warnte Betriebsratchef Günter Pfeiffer die Beschäftigten vor übertriebenen Hoffnungen. "Keiner sollte jetzt in Wunschträume verfallen", sagte er der dpa. Bevor neue Jets produziert würden, müssten zunächst 18 bereits fertig gestellte Maschinen verkauft werden. "Wie lange das dauert, weiß man nicht." Derzeit sind noch rund 200 Mitarbeiter in dem Projekt beschäftigt. Beim Start der Serienproduktion könnte die Zahl auf bis zu 500 steigen.

Für den größeren 728-Jet gibt es kaum noch Hoffnungen. Sowohl Brandt als auch Pfeiffer bezeichneten die Chancen für eine Wiederbelebung des Programms als gering. In das einstige Prestigeprojekt hatte das Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro investiert. Die letzte Hoffnung ruht noch immer auf einem russischen Konsortium aus den Flugzeugwerken Irkutsk und Basic Elements. Die Komponentenfertigung von Fairchild Dornier war bereits zum Jahresanfang an das Schweizer Staatsunternehmen Ruag verkauft worden. Dort seien alle rund 700 Mitarbeiter übernommen worden, sagte Pfeiffer.

Fairchild Dornier gehörte lange Zeit zu den drei größten Regionalflugzeugherstellern der Welt. Das deutsch-amerikanische Unternehmen baute kleinere Flugzeuge, die beispielsweise als Privat- Jets, Geschäftsflugzeuge und kleinere Linienmaschinen eingesetzt werden. Vor dem Insolvenzantrag hatte Fairchild Dornier mehr als 3600 Mitarbeiter, inzwischen sind noch rund 1300 übrig geblieben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%