Probleme im Asiengeschäft
Oracle senkt Prognosen ein weiteres Mal

Für den Software- und Datenbankhersteller Oracle reißen die schlechten Nachrichten nicht ab: Nachdem Gewinn und Umsatz im abgeschlossenen Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal weiter gefallen sind, hat Finanzvorstand Jeff Henley nun auch die Prognosen für das kommende Quartal gesenkt.

siri SAN FRANCISCO. Demnach soll der Gewinn pro Aktie im vierten Quartal des Geschäftsjahres nur 13 bis 14 Cents pro Aktie betragen. Das sind ein bis zwei Cents weniger als im Vorjahrszeitraum. "Es ist für uns momentan schwer einzuschätzen, wann die Erholung einsetzt", sagte Henley. Im vergangenen Quartal hatte Henley angekündigt, der Tiefpunkt sei erreicht und es gehe aufwärts. "Ich habe das falsch eingeschätzt", räumt er ein. Die weltweite Konjunkturschwäche setze dem Konzern weiter zu, Verluste in Asien seien nur zum Teil durch Währungsgewinne in Europa wettgemacht worden.

Oracle macht sowohl Schwierigkeiten im Technologiesektor als auch Probleme im Asiengeschäft für das schlechte Ergebnis verantwortlich. Analysten vermuten, dass das negative Ergebnis zum großen Teil durch Fehler der Geschäftsführung zu Stande gekommen sei. Schließlich hätten die direkten Konkurrenten Siebel Systems and Sybase bessere Aussichten, ihre Umsatzziele für 2002 zu erreichen. Robert Austrian, Analyst beim Investmenthaus Banc of America Securities, meint: "80 Prozent von Oracles Problemen sind selbst gemacht, 20 Prozent haben etwas mit den konjunkturellen Schwierigkeiten zu tun." Oracle-Chef Henley bestreitet, dass es Managementprobleme gebe. Analysten erwarten keine schnelle Erholung für Oracle. Schließlich haben die Konkurrenten Microsoft und IBM im Datenbankgeschäft einen Preiskrieg angezettelt, der Oracle unter Druck setzt.

Das Unternehmen aus Redwood Shores erwirtschaftete im dritten Quartal des Geschäftsjahres (28.2.) einen Gewinn von 507,9 Mill. $ oder 9 Cents pro Aktie. Damit erfüllte Oracle die bereits gesenkten Erwartungen der Analysten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der Gewinn um 13 %. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahrszeitraum um 17 % auf 2,23 Mrd. $ zurück. Bei den Verkäufen von Softwarelizenzen, einer für Investoren wichtigen Kennzahl, war der Einbruch noch dramatischer: Der Umsatz sank um 30 % auf 789,6 Mill. $. Das ist der bisher stärkste Umsatzrückgang für Oracle, das seit einem Jahr unter sinkenden Verkaufszahlen leidet.

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