Probleme mit Bier
Brau und Brunnen verringert im dritten Quartal Verluste

Der angeschlagene Dortmunder Getränkekonzern Brau und Brunnen (BuB) hat auf Grund anhaltend hoher Verluste im Biergeschäft in den ersten neun Monaten seinen Verlust ausgeweitet, im dritten Quartal aber gegenüber dem Vorjahreszeitraum seine Kennzahlen verbessert. Von Januar bis September sei in der Gruppe ein Fehlbetrag von 40,4 Mill. DM angefallen nach minus 38,3 Mill. DM im Vorjahr, teilte BuB am Dienstag mit.

Reuters DORTMUND. Dabei schlugen Verluste im Biergeschäft mit 53,8 (Vorjahr minus 61,0) zu Buche. Im dritten Quartal wurde den Angaben zufolge insgesamt ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erzielt, während im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 20 Mill. Euro angefallen war. Im Gesamtjahr erwarte der Vorstand auf Grund der operativen Verluste einen Konzernfehlbetrag, der "nur durch zu realisierende Buchgewinne gemindert werden" könne.

Bei einem Rückgang des Getränkeabsatzes in den ersten neun Monaten um 2,1 auf knapp neun (9,2) Mill. Hektoliter verringerten sich die Umsatzerlöse nach den Angaben um 3,5 % auf 1,01 (1,05) Mrd. DM. Im dritten Quartal konnte der Getränkeabsatz wegen der heißen Sommermonate um 8,8 % auf 3,2 Mill. Hektoliter zulegen. Daraus ergab sich von Juli bis September ein Umsatzanstieg um 3,8 % auf 356,8 Mill. DM.

Im Geschäftsfeld Bier ergab sich im dritten Quartal ein Verlust von 8,6 (26,0) Mill. DM bei einem Umsatzplus von 1,8 % auf 260,8 Mill. DM. Bei alkoholfreien Getränken verzeichnete BuB einen Ergebnisanstieg im Zeitraum Juli bis September auf 11,0 (7,5) Mill. DM. Dieses Geschäftsfeld habe aber insgesamt beim Absatz eingebüßt, was nach Einschätzung des Konzerns im Wesentlichen an der mangelnden Präsenz im stark wachsenden PET-Bereich (Kunststoffverpackungen) liegt. Die in der Vergangenheit unterlassenen Investitionen in diesem Bereich sollen schnellst möglich nachgeholt werden.

BuB erwartet nach den Angaben 2001 trotz der verbesserten Absatzentwicklung bei Bier in dieser Sparte erneut ein "deutlich negatives operatives Ergebnis". Im Geschäftsfeld alkoholfreie Getränke würden die angestrebten Ergebnisziele erreicht, hieß es weiter. Der erwartete Konzernverlust im Gesamtjahr könne nur durch Buchgewinne vermindert werden, hieß es weiter. Wie bereits im vergangenen Jahr sollen hierzu nicht betriebsnotwendige Immobilien verkauft werden und Geld in die leeren Kassen spülen.

Die seit Jahren mit Verlusten arbeitende Getränkegruppe hatte 2000 bei einem Umsatz von 1,4 Mrd. DM einen Fehlbetrag von 105,8 Mill. DM verbucht. Die Finanzschulden wurden mit 381,3 Mill. DM beziffert.

Die im Smax gelistete Akie notierte am Dienstag fast unverändert bei 20 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%