Probleme mit den Bilanzen und den Bilanzierungsstandards
Prognosen von Home Depot belasten US-Börsen

Die Geschäftsprognose der weltgrößten Baumarktkette Home Depot hat die US-Börsen am Dienstag stärker in die Verlustzone getrieben. Händler sagten, die Investoren hätten auf eine Erhöhung der Finanzprognosen des Dow-Wertes gehofft, nachdem der Branchenzweite Lowe's am Vortag seine Erwartungen angehoben hatte.

Reuters NEW YORK. Händler sagten, die Investoren hätten auf eine Erhöhung der Finanzprognosen des Dow-Wertes gehofft, nachdem der Branchenzweite Lowe's am Vortag seine Erwartungen angehoben hatte. Home Depot hatte den Quartalsgewinn deutlich gesteigert und seine Prognosen bekräftigt.

Außerdem belaste die Furcht vor möglichen weiteren Anschlägen in den USA die Stimmung der Anleger, sagten Händler. Gestützt von Kursgewinnen bei Bankentiteln hatten die US-Aktienmärkte im frühen Geschäft noch freundlich tendiert. Der Blue-Chip-Index Dow Jones gab zum Handelsschluss um 1,21 % auf 10.105,71 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor 2,20 % auf 1664,19 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 1,1 % auf 1079,88 Zähler ein.

"Home Depot ist ein großer Katalysator. Es war eine Enttäuschung, und nimmt den Einzelhandelswerten den Wind aus den Segeln, die diesen Markt angetrieben haben", sagte Michael O'Hare, Leiter Aktienhandel bei Lehman Brothers. "Die Leute bauen umfangreiche Aktienpositionen ab."

Der Aktienkurs von Home Depot verlor trotz besser als erwartet ausgefallener Geschäftszahlen rund 7,3 % auf 44,90 Dollar. Das Papier war damit prozentualual der größte Verlierer bei den Standardwerten. Händler sagten, die Anleger befürchteten offenbar, dass der Umsatz des Konzerns im Vergleich zum Konkurrenten Lowe's künftig langsamer wachsen werde. Home Depot hatte zuvor für das erste Quartal einen Gewinnanstieg von 35 % bekannt gegeben. Der Aktienkurs von Lowe's verlor 1,43 % auf 46,13 Dollar. Der Konzern hatte am Vortag mitgeteilt, im Gesamtjahr würden voraussichtlich die Analystenprognosen übertroffen.

"Es sieht so aus, als ob den Investoren ihre Ängste, die eigentlich schon zurückgedrängt worden waren, wieder eingefallen sind: die Probleme mit den Bilanzen und den Bilanzierungsstandards", sagte Nat Paull, Portfolio Manager bei New Amsterdam Partners.

Händler sagten, Berichte über mögliche Milzbrand-Funde beim Internationalen Währungsfonds (IWF) hätten die Anleger zwar beunruhigt, seien aber kein Auslöser für die stärkeren Verluste im späten Geschäft gewesen. Nach IWF-Angaben sind dort Postsendungen eingegangen, die möglicherweise mit Milzbrand-Erregern verseucht wurden. Es habe positive Testergebnisse gegeben, doch da diese nicht schlüssig seien, seien weitere Untersuchungen vorgenommen worden, teilte der Währungsfonds mit.

Positiv habe sich im frühen Geschäft vor allem die Einigung der Investmentbank Merrill Lynch mit dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer bei den Untersuchungen um angeblich irreführende Analystenstudien ausgewirkt, sagten Börsianer. Das größte US-Brokerhaus werde insgesamt 100 Millionen Dollar zahlen, teilte Merrill mit. Merrill-Aktien zogen im Anschluss an die Mitteilung kräftig an und notierten zum Schluss rund ein % höher auf 43,85 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,18 Milliarden Aktien den Besitzer. 1138 Werte legten zu, 2031 gaben nach, und 206 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,62 Milliarden Aktien 1270 im Plus, 2253 im Minus und 263 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 11/32 auf 97-28/32. Sie rentierten mit 5,15 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 13/32 auf 95-27/32 bei einer Rendite von 5,67 %.

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