Produktion auf Vorjahreshöhe
Euro-Anstieg belastet Maschinenbau nur begrenzt

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im April dieses Jahres weniger Aufträge erhalten und dabei vor allem im Ausland einen deutlichen Nachfragerückgang verzeichnet. Im Inland war das Geschäft weiter rückläufig.

Reuters FRANKFURT/M. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit einer Produktion in etwa auf Vorjahreshöhe. Die Auswirkung des Euro-Anstiegs auf die Branche dürfte begrenzt bleiben.

"Der Euro wird sich erst in den kommenden Monaten bemerkbar machen. Aber die Nachfrage ist wichtiger als die Wechselkurse," sagte VDMA-Volkswirt Olaf Wortmann am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Er ist relativ stark, aber wir haben schon stärkere Währungsüberbewertungen gehabt. Er könnte die Margen beeinflussen," fügte Wortmann hinzu.

Die Produktion in der Branche dürfte in diesem Jahr eine "positive Stagnation" aufweisen, prognostizierte Wortmann. Dies könnte einen leichten Zuwachs bedeuten. Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Maschinen- und Anlagenbau 130 Milliarden Euro umgesetzt. 2002 war die Produktion um 3,8 Prozent gesunken. Mit einem Anstieg von 2,9 Prozent konnte sie sich aber im ersten Quartal 2003 verglichen mit dem selben Vorjahreszeitraum wieder etwas erholen.

"Wir sind jetzt besser dran als vor der Einführung des Euro. Nun können unsere italienischen Konkurrenten nicht mehr mit einer Abwertung der Lira reagieren", sagte Wortmann. Italiens Maschinen- und Anlagenbau ist ein starker Wettbewerber Deutschlands.

Auftragseingang im April rückläufig

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau verbuchte im April dieses Jahres einen niedrigeren Auftragseingang. Die Ordereingänge gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um insgesamt vier Prozent zurück. Dabei habe sich das Inlandsgeschäft um zwei Prozent verringert, die Auslandsnachfrage sei im Berichtsmonat sogar um fünf Prozent gesunken, teilte der Verband mit. Wortmann wies darauf hin, dass die monatlichen Daten äußerst volatil seien, da sie oft vom Abschluss großvolumiger individueller Anlagenbau-Verträge beeinflusst würden.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Februar bis April 2003 ergibt sich im Vorjahresvergleich insgesamt ein Minus von einem Prozent. Während die Aufträge aus dem Inland um vier Prozent zurückgegangen seien, sei bei den Auslandsaufträgen ein Plus von einem Prozent verbucht worden.

"Die Auftragsdaten im April 2003 bestätigen weitgehend die Tendenzen der vergangenen Monate. Das Inlandsgeschäft hat sich noch nicht gefangen. Die Auslandsorders stagnieren auf einem alles in allem befriedigenden Niveau", kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers die Zahlen.

Der stagnierende Auftragseingang spiegelt sich nach Verbandsangaben auch in der Auslastung der Fachzweige des deutschen Maschinenbaus wider. Gut ausgelastet seien noch vier Bereiche: Hütten- und Walzwerkeinrichtungen mit 97,5 Prozent, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen mit 90 Prozent, Fluidtechnik mit 89,9 Prozent und die Landtechnik mit 88,4 Prozent.

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