Produktion mit Beteiligung ausgeweitet
Conti zieht es nach Asien

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental AG weitet seine Reifenproduktion mit einer Beteiligung am größten Hersteller Malaysias auf Asien aus.

Reuters KUALA LUMPUR/HANNOVER. Conti übernehme für 31 Millionen US-Dollar 30 Prozent an der Reifensparte des malaysischen Mischkonzerns Sime Darby Bhd, teilten beide Unternehmen am Mittwoch nach der Vertragsunterzeichnung in Kuala Lumpur mit. Conti habe zudem die Option, weitere 21 Prozent und damit die Kontrolle über das neue Gemeinschaftsunternehmen SDC Tires zu übernehmen.

Sime Darby betreibt zwei Werke mit einer Jahresproduktion von bislang 5,3 Millionen Pkw- und Lkw-Reifen und ist damit den Angaben zufolge Marktführer in Malaysia. Mit der seit Anfang 2003 bestehenden Freihandelszone Asean stehe künftig ein neun Länder umfassender Markt mit derzeit jährlich 29 Millionen verkauften Pkw-Reifen zur Verfügung, begründete Conti-Chef Manfred Wennemer das Engagement in Malaysia.

"Zusammen mit unserem Partner haben wir eine solide Produktions- und Vertriebsbasis, die uns Zugang zum Asean-Raum und zu Australien verschafft und unseren Marktanteil deutlich erhöhen wird", sagte Wennemer. Ziel sei ein Marktanteil von 20 Prozent in der Asean-Zone. Sime Darby ist der älteste malaysische Großkonzern, der in zahlreichen Ländern präsent ist und mit seinen zahlreichen Sparten im vorigen Jahr einen Gesamtumsatz von umgerechnet 3,2 Milliarden Dollar erzielte. Auf dem Automobilsektor hat Sime Darby eine führende Stellung beim im Import und Vertrieb von Automobilen zahlreicher Hersteller, unter anderem als Generalimporteur für die deutsche BMW AG.

Continental hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich sein Geschäft in Asien durch Partnerschaften aufgebaut. Mit dem Einstieg in Malaysia beginne Continental nun erstmals auch mit einer eigenen Produktion, sagte ein Conti-Sprecher. Zunächst würden die bekannten lokalen Marken weiter produziert, nach und nach aber auch Reifen aus dem Conti-Sortiment. Die Übernahme der Mehrheit an SDC Tires bis 2005 sei sehr wahrscheinlich. Der Auto- und Reifenmarkt in der Asean-Zone wachse und sei derzeit größer als der chinesische Reifenmarkt.

Continental als weltweit viertgrößter Reifenhersteller produziert bisher in Europa und in Nordamerika. In Westeuropa wurden in den vergangenen Jahren mehrere Werke geschlossen. Stattdessen wurden die Kapazitäten in den größeren Werken in Niedriglohn-Standorten in Osteuropa erhöht. Der Kurs der im MDax der mittelgroßen Unternehmen notierten Conti-Aktie lag am Mittwoch in einem leicht schwächeren Marktumfeld 0,9 Prozent im Minus bei 13,77 Euro.

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