Produktion und Dienstleistung sollen getrennt werden
Herlitz setzt auf starke neue Partner

Der noch kürzlich in seiner Existenz bedrohte Büroartikelhersteller Herlitz AG setzt auch nach einer starken Ergebnisverbesserung auf einen oder mehrere neue finanzstarke Partner im Eigentümerkreis.

Reuters BERLIN. Man wolle bei der Konsolidierung auf den Büroartikelmärkten eine "maßgebliche Rolle" spielen, könne dies aber nur mit Hilfe finanzstarker Partner, erklärte der Vorstand des Unternehmens, das erst vor wenigen Tagen erfolgreich sein Insolvenzverfahren abgeschlossen hatte, am Montag. Im ersten Halbjahr 2002 habe Herlitz sein operatives Ergebnis mit minus 5,5 (Vorjahr minus 32) Millionen Euro stark verbessert und damit um acht Millionen Euro über Plan gelegen. Für das Gesamtjahr rechne Herlitz mit einem operativen Gewinn in einstelliger Millionenhöhe und auch die kommenden Jahre sollten Gewinne bringen.

Anfang Juni war das Insolvenzverfahren für Herlitz eröffnet worden, das vor einer Woche mit der Zustimmung der Gläubiger zu einem Insolvenzplan erfolgreich abgeschlossen worden war. Im Rahmen des Insolvenzplanes mussten Eigentümer, Mitarbeiter, vor allem aber die Gläubiger erhebliche finanzielle Zugeständnisse machen. Durch einen umfangreichen Forderungsverzicht wurde die Verschuldung von 400 Millionen auf 150 Millionen Euro gesenkt.

Vorstandschef Christian Sputhut erläuterte, im Grundsatz könne der inzwischen "vernünftig finanzierte" Konzern die nächsten eineinhalb bis zwei Jahren selbstständig am Markt überleben. Sein Vorstandskollege Norbert Strecker nannte aber als ein Ziel des Unternehmens, "partnerfähig" zu werden. Dies gelte vor allem mit Blick auf eine aktive Rolle bei der Marktkonsolidierung. "Es ist richtig, dass wir das alleine nicht können", sagte Strecker.

Es gebe Bewerber aus dem Industrie- wie dem Finanzbereich. Man wünsche sich einen oder mehrere Partner, die sowohl zu Herlitz passten, als auch "Geld mitbringen". Letztlich entscheiden würden die gegenwärtigen Eigentümer, vor allem Banken, erläuterte der Vorstand. Nun stehe erst einmal an, in Ruhe und ohne Hektik die Vorstellungen der Beteiligungsinteressenten zu prüfen.

"Wir haben im ersten Halbjahr die Ziele, die wir uns gesetzt haben, trotz des schwierigen Marktumfelds und trotz der Insolvenz erreicht", sagte Strecker. Beim Ergebnis seien sie sogar übererfüllt worden. Der Umsatz fiel nach Sputhuts Worten von Januar bis Juni um 22 Millionen Euro auf 171 Millionen Euro, während das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sich um 26 Millionen Euro auf minus 5,5 Millionen Euro verbesserte. In diese Ergebnisbesserung seien allerdings positive Effekte des Insolvenzplanes eingeflossen, die reine vergleichbare operative Verbesserung betrage acht Millionen Euro. Im Gesamtjahr werde Herlitz einen operativen Gewinn schreiben. Innerhalb von zwei Jahren sei eine operative Rendite von bis zu drei Prozent möglich.

Das Unternehmen kündigte an, streng ertragsorientiert zu operieren. Wenn ein Bereich keine schwarzen Zahlen schreibe, komme er "auf den Prüfstand". Man wolle künftig die beiden Bereiche Produkte und Dienstleistungen, und zwar auch bei den Preisen, steuern, wobei das Dienstleistungsgeschäft, auch für Dritte, ausgebaut werden soll. Der Ertrag soll sich auf beide Bereiche gleichmäßig verteilen.

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