Produktion zieht im November an
Export hält deutsche Autokonjunktur in Schwung

Der Export erweist sich weiterhin als wichtigste Stütze für die deutsche Autoindustrie. Im Inland bleibt die Automobilkonjunktur nach Verbandsangaben auf Grund der Kaufzurückhaltung der Verbraucher dagegen schwach.

Reuters FRANKFURT. Die Zahl der exportierten Autos "made in Germany" sei im November im Vorjahresvergleich um acht Prozent auf 356 400 Einheiten gestiegen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag in Frankfurt mit. Der Impuls für die stabile Produktion in den vergangenen Monaten sei allein aus dem Ausland gekommen. Im bisherigen Jahresverlauf sei mit 3,4 Millionen exportierten Pkw der Rekord aus dem Vorjahr bereits annähernd erreicht. Die Zahl der produzierten Pkw und Kombi habe allein im vergangenen Monat um vier Prozent auf 501 300 zugenommen.

Im Inland fehlt hingegen nach wie vor die Dynamik. Die Verbraucher üben sich weiter in Kaufzurückhaltung. Mit rund 260 000 Einheiten wurden nach Verbandsangaben etwa sechs Prozent weniger Pkw/Kombi neu zugelassen als im November des Vorjahres. Seit Januar seien in Deutschland drei Millionen Pkw neu zugelassen worden, drei Prozent weniger als in den ersten elf Monaten 2001.

Diese gespaltene Entwicklung spiegelt sich auch in den Auftragseingängen wider. Im Berichtsmonat verzeichneten die deutschen Pkw-Hersteller nach VDA-Angaben ein Prozent weniger Bestellungen als im Vorjahresmonat. Dabei habe einem Rückgang der inländischen Bestellungen um zehn Prozent ein Anstieg der Auslandsnachfrage um zwei Prozent gegenübergestanden.

Die Nutzfahrzeugkonjunktur bleibt nach Verbandsangaben weiter schwach. Produktion und Neuzulassungen gingen hier im November um vier beziehungsweise zehn Prozent zurück. Die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen in Deutschland seien nunmehr seit drei Jahren rückläufig. Die gesamtwirtschaftliche Abkühlung sowie die anhaltende Verunsicherung der Unternehmen hätten sich stark negativ auf den Absatz ausgewirkt.

Der deutschen Automobilindustrie steht nach den Worten von VDA-Präsident Bernd Gottschalk ein schwieriges Jahr 2003 bevor. Der Auftragsbestand sei auf das niedrigste Niveau seit 1994 gefallen und mache mit 360 000 Stück weniger als eine Monatsproduktion aus, sagte Gottschalk in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das sei weit entfernt von den Werten vergangener Jahre, als die Industrie in der Spitze nahezu doppelt so viele Aufträge vor sich herschob.

Dass in Deutschland im zu Ende gehenden Jahr wiederum etwa 5,1 Millionen Autos produziert und rund fünf Millionen auch für das kommende Jahr erwartet würden, liege fast ausschließlich an den Verkaufserfolgen im Ausland. Seit Jahren steige der Exportanteil stetig, inzwischen gingen rund 70 Prozent der Fahrzeuge aus deutscher Produktion ins Ausland, fügte Gottschalk hinzu. Im Inland mache der Industrie hingegen die schwache Nachfrage zu schaffen. Den erhofften Absatzschub im kommenden Jahr habe die Industrie jedenfalls schon abgehakt. Sie gehe nun für 2003 nur von einem unveränderten Zulassungsvolumen von 3,2 Millionen Pkw aus. Daran werde im Jahr der Branchenmesse "IAA" in Frankfurt auch eine Vielzahl neuer Modelle der Hersteller nichts ändern.

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