Produktion: Zulieferer geben den Ton an

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Produktion: Zulieferer geben den Ton an

Die Automobilindustrie gilt als einer der Vorreiter für die Ausgliederung und Verlagerung ganzer Produktionsstränge. Zulieferer übernehmen mittlerweile im Durchschnitt 75 Prozent der Wertschöpfung eines Autos.

Bei Porsche oder beim Smart sind es sogar nur noch 15 bis 20 Prozent des Gesamtwertes, den der Hersteller selbst erstellt. Nach Angaben des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer ist der Trend ungebrochen, auch wenn Konjunkturkrise oder spezielle Sanierungsprobleme wie bei Opel vorübergehend das Tempo des Outsourcing stoppen. Den größten Schritt zur Auslagerung wichtiger Bereiche hat Opel gerade erst zurückgestellt: Das Motoren- und Getriebewerk in Kaiserslautern wird jetzt nicht verkauft. Die Gespräche mit Thyssen-Krupp sind beendet. Damit bleiben die 2700 Beschäftigten Teil der Opel-Familie. Outsourcing steht in Rüsselsheim im Rahmen des Sanierungs-Programms Olympia ohnehin nicht oben auf der Tagesordnung. Im Gegenteil: In einigen Bereichen rudert die GM-Tochter auch auf Druck des Betriebsrates zurück. Dienstleistungsjobs werden wieder in die Firma zurückgeholt. Seit dem Sommer wurden bei Opel rund 120 neue Arbeitsplätze geschaffen: Testfahrer haben wieder Opel-Arbeitsverträge, ebenso die Mitarbeiter der Telefonzentrale.

Freilich: In der Automobilentwicklung und der Produktion dreht auch Opel das Rad nicht mehr zurück. Über die Fertigungstiefe will das Unternehmen keine Angaben machen. Sie dürfte nach Schätzung des Wissenschaftlers Dudenhöffer aber im Branchendurchschnitt liegen. Selbst die Zulieferer lassen sich schon zuliefern. Am Rande des Rüsselsheimer Stammwerkes hat Opel eine "Business Mall" eingerichtet. Dort montiert die MAN-Tochter Ferrostaal Hunderte von Zuliefererteilen zu 73 Baugruppen und Modulen zusammen, die dann erst in den Vectra eingebaut werden.

Quelle: Der Tagesspiegel Nr. 18369 vom 25.01.2004 - Seite 024

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