Produktionsminus
Textilindustrie warnt vor weiterer Abwanderung

Die Textil- und Bekleidungsindustrie stellt sich auch 2003 auf einen Rückgang bei Umsatz und Beschäftigung ein. Angesichts der Pläne der Bundesregierung sei zudem die weitere Abwanderung vor allem von Bekleidungsherstellern ins Ausland zu befürchten, erklärte der neu gegründete Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie am Freitag in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Die für 2002 erhoffte Wende sei nicht eingetroffen. Die Zurückhaltung der Verbraucher mache sich in der Konsumgüterindustrie besonders bemerkbar.

Die Bekleidungsindustrie gehe für 2003 davon aus, dass mindestens jeder zehnte Betrieb und Arbeitsplatz verloren gehe. In den ersten neun Monaten sei die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland um mehr als 12 % auf 52 500 gesunken. Der Umsatz nahm um acht Prozent auf 7,8 Mrd. Euro ab, die Auftragseingänge sanken um 15 %.

In der Textilindustrtie sei die Lage nicht ganz so dramatisch, in der Tendenz aber ähnlich, hieß es. Hier seien die Auftragseingänge bis September 2002 um fast sieben Prozent, der Umsatz um acht Prozent auf 10,7 Mrd. Euro und die Zahl der Beschäftigten um mehr als acht Prozent auf 108 370 gesunken.

Der Verband verwies darauf, dass im Ausland inzwischen etwa 250 000 Beschäftigte für deutsche Bekleidungsfirmen und etwa 50 000 für Textilhersteller tätig seien. In Deutschland weggefallene Jobs seien anderswo wieder aufgebaut worden. Der Trend werde sich verstärken, sollten sich die Rahmenbedingungen mit zu hohen Lohnnebenkosten nicht ändern, sagte der Präsident des neuen Dachverbandes, Josef Beckmann. Zuvor hatten die Mitglieder des Bundesverbandes Bekleidungsindustrie und des Gesamtverbandes Textilindustrie der Verschmelzung zugestimmt.

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