Produktionsprognose wird erreicht
VDA sieht Stabilisierung der Autokonjunktur

Vor allem der gut angelaufene Juni mit steigenden Neuzulassungen im Inland mache zunehmend Hoffnung, sagte VDA- Präsident Bernd Gottschalk am Mittwoch in Frankfurt.

dpa FRANKFURT. Die Deutsche Automobilindustrie fährt derzeit im Prognosenebel. Nach einer enttäuschenden ersten Jahreshälfte sieht der Verband der Automobilindustrie (VDA) zumindest eine Stabilisierung der Branchenkonjunktur. Vor allem der gut angelaufene Juni mit wieder steigenden Neuzulassungen im Inland mache den Autoherstellern Mut, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Mittwoch in Frankfurt. "Wir sehen trotz einer insgesamt fehlenden Dynamik erste Stabilisierungstendenzen im Automobilmarkt", lautet die vage Prognose des Verbandschefs.

Das Kaufklima sei nach wie vor von hoher Verunsicherung geprägt. "Allenfalls im Auftragseingang aus dem In- und Ausland lässt sich erkennen, dass der Abwärtstrend gestoppt und eine gewisse Stabilisierung eingetreten ist." Eine Stimmungswende sei allerdings noch nicht auszumachen. Hohe Benzinpreise, die politische Großwetterlage sowie der Personalabbau auch in einstmals krisensicheren Branchen wie in der Computerindustrie und im Bankgewerbe sind für den VDA die Ursachen für die schwache Nachfrage.

Auf alle Fälle geht der Verband davon aus, dass die zum Jahresbeginn abgegebene "vorsichtige" Prognose für 2002 in Erfüllung geht. Danach soll die gesamte Pkw-Produktion in Deutschland annähernd 5 (2001: 5,3) Millionen Einheiten erreichen. Der Export wird auf 3,4 (3,6) Millionen Modelle veranschlagt. Bei den Neuzulassungen im Inland geht man von gut 3,2 (3,34) Millionen Pkw/Kombi aus.

"Wir sehen Licht am Ende des Tunnels, aber der Tunnel ist wohl etwas länger als erwartet", bilanzierte Gottschalk die aktuelle Einschätzung. Im Gegensatz zur Krise 1992/93 haben die Hersteller aber bereits die Fertigung der schwachen Nachfrage angepasst. Von Januar bis Mai wurde die Pkw-Produktion hier zu Lande um 11 Prozent auf 2,1 Millionen Modelle zurückgefahren. "Steigende Bestellungen dürften daher rasch zu Produktionssteigerungen und zu einem positiven Lagerzyklus führen", betonte der VDA-Präsident.

Auf Grund der schleppenden Autokonjunktur seit den Terroranschlägen in den USA hat die Branche auch ihren Nimbus als Jobmaschine verloren. Ende April waren 760 000 Männer und Frauen in der gesamten Automobilindustrie einschließlich Zulieferer beschäftigt. Das waren 0,8 Prozent weniger als 12 Monate zuvor, wobei der entscheidende Rückgang zum Jahreswechsel eintrat.

Während die Pkw-Hersteller - vor allem die Premiummarken - noch einigermaßen über die Runden kommen, bleibt das Nutzfahrzeuggeschäft "extrem schwierig". Seit Jahresbeginn sind die inländischen Bestellungen für Fahrzeuge über 6 Tonnen um 12 Prozent, für mittelschwere Lkw sogar um 23 Prozent eingebrochen. Zumindest besteht die Hoffnung, dass zur Lkw-IAA im Herbst in Hannover "schon einige freundlichere Strahlen der Konjunktur-Sonne die schwierige Phase etwas abmildern", sagte Gottschalk.

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