Produktivität und Qualität indischer und deutscher Mitarbeiter sind vergleichbar
Walldorf spiegelt sich in Indien

Der Standort der Walldorfer Software-Schmiede SAP in Indiens Bangalore wächst dramatisch, jetzt sollen dort auch Produkte entwickelt werden.

BANGALORE. Seit fünf Jahren entwickelt der 28-jährige M.S. Pasupathi Software für SAP. Damit zählt er bereits zum Urgestein unter den 850 adrett gekleideten Mitarbeitern, die morgens über den manikürten Rasen der SAP Labs in Bangalore schlendern und dann in einem schicken silbergrauen Glaspalast ihre Flachbildschirme anknipsen.

Pasupathi ist ein Globalisierungsgewinner. Dass er für dieselbe Arbeit nur einen Bruchteil des Lohns seiner Walldorfer Kollegen verdient, kümmert den pausbäckigen Tamilen mit Schnauzbart, Goldkettchen, Ingenieursbrille und robustem Selbstbewusstsein wenig. "Für indische Verhältnisse zahlt SAP sehr gut, zudem sind die Lebenskosten hier niedrig, ich lebe exzellent", sagt Pasupathi. Unfair findet er aber, dass viele im Westen Leuten wie ihm den Arbeitsplatz neiden.

Zum Unmut vieler Inder reden sich die Amerikaner seit Monaten die Köpfe heiß über die Verlagerung von Dienstleistungs-Jobs in Billiglohnländer. Nun hat die Diskussion darüber, ob das unpatriotisch ist, auch Deutschland ergriffen. "Der Trend zu gesetzlichen Hürden macht uns Sorgen", berichtet S. Gopalakrishnan, Chief Operating Officer des IT-Dienstleisters Infosys. Denn auch nach der US-Präsidentenwahl bleiben die Arbeitsplätze im Westen dem globalen Wettbewerb ausgesetzt. Kein Land wäre von einer politischen Gegenreaktion stärker betroffen als Indien, der Marktführer beim Offshoring von Dienstleistungen. Im IT-Mekka Bangalore strapaziert der Boom die Straßen, den Flughafen, die Strom- und Wasserversorgung längst über ihre Kapazitätsgrenzen.

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