Profifußballer fordern Berufsschiedsrichter
Mayer-Vorfelder mischt sich ein

In die Debatte um die Bundesliga- Schiedsrichter hat sich nun auch Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), eingemischt. "Die momentane Situation in der Bundesliga ist so nicht mehr hinnehmbar. Es kann nicht angehen, dass fast jede Schiedsrichter-Entscheidung in dieser massiven Form diskutiert und kritisiert wird", sagte Mayer-Vorfelder am Dienstag.

Hb/dpa MÜNCHEN/FRANKFURT. Die Schiedsrichter-Leistungen bei den Wochenend-Partien Bayern München - Borussia Dortmund (Michael Weiner) und Schalke 04 - Bayer Leverkusen (Franz-Xaver Wack) hatten heftige Kritik ausgelöst. Der DFB-Boss will deshalb am Montag, zwei Tage vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande in Gelsenkirchen mit Volker Roth, dem Vorsitzenden des DFB - Schiedsrichter-Ausschusses, ein Grundsatzgespräch führen.

Zuvor hatte bereits Karl-Heinz Rummenigge mehr Gespräche zwischen allen Beteiligten gefordert. "Wir müssen grundsätzlich ein völlig entkrampftes Verhältnis zu den Schiedsrichtern finden. Was in München und Schalke abgelaufen ist, ist nicht mehr akzeptabel", sagte der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG am Montagabend im Bayerischen Fernsehen. Trainer, Spieler und Schiedsrichter sollten mehr kommunizieren. Auch den von Franz Beckenbauer vorgeschlagenen vierten Unparteiischen hält Rummenigge für ein probates Mittel. "Aber grundsätzlich sollten wir mehr miteinander reden, um Normalität zu schaffen."

Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) begrüßte Rummenigges Vorschlag. VdV-Geschäftsführer Thomas Hüser sagte am Dienstag der dpa: "Grundsätzlich ein sehr vernünftiger Vorschlag. Aus der Sicht der Spieler ist das eine gute Gelegenheit, um zu deeskalieren." Zugleich plädierte Hüser erneut für den hauptamtlichen Schiedsrichter. "Berufsschiedsrichter statt privat Berufene", sagte der VdV-Geschäftsführer. Vor allem ehemaligen Profis solle die Chance gegeben werden, als hauptamtlicher Unparteiischer zu fungieren. Spieler seien mit dem Abläufen vertrauter und zudem besser in der Lage, Emotionen auf dem Platz zu bändigen. "Profis haben wohl mehr Spielverständnis als einer aus der Klavierbranche oder als ein Zahnarzt."

Neue Regularien sind notwendig

Doch dafür müssten nach Meinung Hüsers neue Regularien geschaffen werden. "Ähnlich wie beim Trainerschein sollten ehemalige Spieler die Chance erhalten, im entkrampften Umfeld Schiedsrichter-Lehrgänge zu absolvieren. Sie sollten sich nicht erst aus der Kreisliga hoch dienen müssen, wenn sie gestern noch in der Champions League gespielt haben."

Rummenigge hat unterdessen die Vorwürfe aus Dortmund, wonach die Bayern-Führung im Vorfeld des Bundesliga-Schlagers mit Äußerungen über BVB-Spieler gezielte Stimmungsmache betrieben hätte, gelassen gekontert. Grundsätzlich habe man einen guten Draht zum Dortmunder Vorstand. Die Misstöne lassen sich seiner Ansicht nach bei einem Essen mit Dortmunds Sportmanager Michael Zorc aus der Welt schaffen.

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