Profil
Michael Zimmer: Jäger des verborgenen Schatzes

Sein liebstes Kleidungsstück sind Gummistiefel, und sein liebster Besitz ist das Landgut, in dem er in der Nähe von Köln wohnt. Michael Zimmer streift lieber in Freizeitkleidung über Äcker, als im Zweireiher an steifen Empfängen teilzunehmen. Als Miteigentümer und Chef der Kölner Immobiliengruppe Corpus kann er nicht alle Einladungen abschlagen.

Zimmer ist einer der gefragtesten Köpfe der Immobilienbranche. Seit er vor acht Jahren die Geschäfte von seinem Vater übernommen hat, konnte er das betreute Immobilienvermögen auf 40 Milliarden Mark vervierfachen. Heute zählt Corpus neben der Bonner IVG AG und der HBAG Real Estate AG, Hamburg, die beide zum Einflussbereich der Hamburger WCM AG gehören, zu den Großen der Branche.

Seinen Erfolg verdankt der 38-Jährige dem Wunsch vieler Banken und Industriekonzerne, ihre verborgenen Immobilien-Schätze zu heben. So bietet er alle Dienstleistungen rund um die Immobilie an: Er entwickelt, bewirtschaftet oder veräußert den Grundbesitz seiner Kunden.

Für Aufsehen sorgte der gebürtige Kölner, der aber "kein kölscher Jung" ist, in diesem Sommer. Als sich die Deutsche Telekom von ihrem Immobilienvermögen trennen wollte, war er zur Stelle. Gemeinsam mit dem Investmenthaus Morgan Stanley Dean Witter und der Telekom gründete er die Sireo Real Estate Asset Management GmbH in Frankfurt. Die Servicefirma soll die 12 000 Telekom-Immobilien mit einem Buchwert von rund 30 Milliarden Mark veredeln und verkaufen.

Auch mit anderen Konzerne kam Zimmer ins Geschäft. Dem hoch verschuldeten Getränkekonzern Brau und Brunnen kaufte er den Immobilienbestand mit einem Verkehrswert von 100 Millionen Mark ab. Von der Deutschen Post erwarb er im vergangenen Jahr 11 000 konzerneigene Wohnungen und die Wohnungsverwaltungsgesellschaft dazu. Außerdem schaffte er den Einstieg in die Bankenszene. Er beteiligte die Stadtsparkassen von Düsseldorf und Köln je zu einem Drittel an Corpus. Dafür brachten die ihren ganzen Immobilienbestand ein.

Das Geheimnis seines Erfolges? "Man muss stets ein klares Konzept haben und darf Visionen nie aus dem Auge verlieren", antwortet der Mann, der von sich behauptet, er könne nichts besser als andere. Zimmer arbeitet am liebsten hinter den Kulissen.

Seine Geschäftspartner beschreiben ihn als "eine starke Persönlichkeit mit viel Sinn für Humor, ohne eine Spur von Arroganz". Sie loben seine "angenehme Sachlichkeit und Kompetenz". Zimmer, der in Bonn Kunstgeschichte studierte, legt Wert auf klassische Tugenden: Von seinen 360 Mitarbeitern erwartet der Jesuitenschüler Bescheidenheit ("Niemand von uns fährt einen goldenen Rolls Royce."), Zuverlässigkeit, Bodenständigkeit - und die konsequente Umsetzung seines Geschäftskonzeptes.

Für Zimmer gibt es noch ein Leben neben Corpus. Im Sommer gründete er eine Stiftung für Not leidende Kinder, um ihren Urlaub zu finanzieren. Im Juli heiratete er seine zweite Frau Karen, um eine "Großfamilie" zu gründen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%