Profit aus BSE-Krise
Entsorgungsunternehmen verarbeitet Tiermehl zu Alkohol

ap SCHWARZE PUMPE. Aus dem unter BSE-Verdacht stehenden Tiermehl stellt ein Nachfolgeunternehmen des Braunkohlekombinats Schwarze Pumpe nun Alkohol her. Seit Anfang Dezember hat das Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum (SVZ) an der brandenburgisch-sächsischen Grenze aus 20 Tonnen des in europäischen Ställen verbotenen Kadavermehls die Alkoholart Methanol gewonnen. Aus der Flüssigkeit stelle die chemische Industrie zum Beispiel Medikamente, Gefrierschutzmittel oder Leim her, sagte Pressesprecher Lutz Picard am Donnerstag.

Das gepresste Mehl werde auf etwa 1 300 Grad Celsius unter hohem Druck von 25 Bar erhitzt. "Falls in dem Tiermehl tatsächlich der BSE-Erreger sein sollte, wird er dabei garantiert zerstört", erläuterte Picard. Der Prozess erzeuge ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, die schließlich zu Methanol reagierten. Eine Tonne Tiermehl verwandle sich so zu 600 Kilogramm der Alkoholart.

Vor der BSE-Krise hat das Unternehmen nach Angaben seines Sprechers hauptsächlich mit Rindertalg aus Irland gearbeitet. Nach einem Angebot an die Agrarministerien sowie Tierkörperbeseitigungsanlagen könne sich das Verwertungszentrum vor Anfragen kaum retten. Zu den Kunden zählen laut Picard zwei Tierkörperbeseitigungsanlagen aus Sachsen. Mit Brandenburger und Baden-Württemberger Lieferanten sei man im Gespräch. Im kommenden Jahr werde das Unternehmen, das die Berliner Wasserbetriebe in diesen Tagen an das Technologieunternehmen Global Energy aus Ohio verkaufen wollten, 10 000 Tonnen Tiermehl in Methanol verwandeln, kündigte der Sprecher an.

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