Profitable Beteiligungen haben zum Umsatz beigetragen
United Internet überrascht mit Quartalsgewinn

Die Beteiligungsgesellschaft United Internet AG hat im ersten Quartal 2001 ihren Vorsteuerverlust bei steigendem Umsatz verringert und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Die bereits profitablen Beteiligungen wie 1&1 oder twenty4help hätten mit 86 Prozent zum Umsatz beigetragen.

Reuters FRANKFURT. Wie die im Nemax 50 gelistete Gesellschaft am Montag in einer Pflichtmitteilung bekannt gab, stieg der konsolidierte Umsatz in den ersten drei Monaten 2001 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 30 Prozent auf 60,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei mit 2,5 Millionen Euro nach minus 1,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erstmals positiv gewesen. Der Vorsteuerverlust (Ebt) habe sich im Konzern auf 7,4 (Vorjahresquartal minus 10,1) Millionen Euro verringert. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 58,74 Millionen Euro, ein Ebitda von minus 0,2 Millionen Euro und ein Ebt von minus 11,27 Millionen Euro erwartet.

Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich nach Unternehmensangaben auf minus 0,13 (Vorjahr minus 0,18) Euro. Ohne Firmenwertabschreibungen (Goodwill) betrage der Verlust je Aktie noch 0,06 (minus 0,11) Euro im Vorjahr. Die Goodwill- Abschreibungen auf Mehrheitsbeteiligungen summierten sich im Konzern auf 3,2 Millionen Euro. Der operative Cash-flow im Konzern belaufe sich im ersten Quartal 2001 auf 1,2 Millionen Euro (Vorjahr 0,8 Millionen Euro).

Die bereits profitablen Beteiligungen wie 1&1 oder twenty4help hätten mit 86 Prozent zum Umsatz beigetragen. Von den größten Beteiligungen hätten der Anbieter von Mehrwertdiensten 1&1 sowie das IT-Auskunftsunternehmen twenty4help im ersten Quartal ein höheres und positives Vorsteuerergebnis erzielt, hieß es. Der Vorsteuerverlust des E-mail-Dienstleisters GMX sei leicht rückläufig und belaufe sich noch auf 2,4 (minus 2,9) Millionen Euro. Dagegen habe das Internet-Werbeunternehmen Adlink seinen Vorsteuerverlust auf 4,5 (minus 2,1) Millionen Euro ausgeweitet.

Perspektivlose Beteiligungen veräußern

Wie das Unternehmen weiterhin mitteilte, sollen Beteiligungen, "die weder auf absehbare Zeit profitabel noch in ihrem Marktsegment führend sind", veräußert werden. Bei bestimmten, Netzwerkunternehmen, die zwar noch nicht schwarze Zahlen schrieben, aber eine sehr gute Marktstellung und ein solches Geschäftsmodell besäßen, werde an strategische Partnerschaften gedacht. Potenzielle Partner sollten mit in die unternehmerische Verantwortung gehen.

Darüber hinaus sollten die betreffenden Beteiligungen in "größere Gebilde" eingebunden und damit auf Dauer profitabel gemacht werden. Angesichts der aktuellen Marktlage müsse anerkannt werden, dass United Internet für so manche Beteiligung "als einziger Ankerpunkt für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung nicht ausreicht", heißt es zur Begründung für die geänderte Strategie. Da der Zugang zum Kapitalmarkt über Börsengänge von Töchtern, Kapitalerhöhungen oder Anleihen derzeit nicht erfolgversprechend sei, werde die Portfoliobereinigung bzw. die Suche nach Partnern mit der "gebotenen Zielstrebigkeit" verfolgt.

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