Profitiert vom Rechtehandel
Kirch Media legt deutlich zu

Die zur Kirch-Gruppe gehörende KirchMedia GmbH & Co KGaA hat im ersten Halbjahr die Flaute auf dem Werbemarkt durch steigende Einnahmen im Rechtehandel wettgemacht und ihr operatives Ergebnis um mehr als 40 % gesteigert.

Reuters MÜNCHEN. "Durch die Verbesserung der Margen im Rechtehandel konnten wir uns ein wenig abkoppeln vom Werbemarkt", kommentierte Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn am Montag die erstmals veröffentlichten Halbjahreszahlen der KirchMedia. Die Nettoverschuldung, über deren Höhe in der Vergangenheit heftig spekuliert worden war, bezifferte Hahn mit 4,4 Mrd. DM und nannte sie "angemessen". Mit einer echten Erholung des Werbemarktes rechnet KirchMedia erst für 2003.

Den Umsatz steigerte KirchMedia, in der Kirch Produktion, Filmrechtehandel, Sportrechtevermarktung und werbefinanziertes Fernsehen zusammengefasst hat, im ersten Halbjahr um 15 % auf 3,3 Mrd. DM. Dies sei vor allem auf den Verkauf von Fußball-Bundesligarechten und die erstmalige Konsolidierung des Sportrechte-Vermarkters ISPR zurückzuführen, hieß es in einer Mitteilung. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) legte um 42 % auf 514 Mill. DM zu. Nicht enthalten darin sind allerdings Anlaufverluste im Bereich Neue Medien von 56,3 Mill. DM.

Im Geschäftsbereich "Free-TV", der die Senderfamilie ProSiebenSat.1 Media AG und das Sportfernsehen DSF umfasst, hätten sich die rückläufigen Werbeeinnahmen auf die Umsätze ausgewirkt, hieß es weiter. Mit 2,24 Mrd. DM im ersten Halbjahr machte die Sparte knapp 70 % des gesamten Umsatzes bei KirchMedia aus, mit 268,6 Mill. DM Ebitda aber nur gut die Hälfte des Ergebnisses. Auch für das nächste Jahr rechnet KirchMedia noch mit einer stagnierenden Entwicklung des Werbemarktes. Eine Verbesserung werde erst für das vierte Quartal 2002 erwartet, eine echte Erholung dann für das Jahr 2003, sagte Hahn. Das sei aber eine konservative Schätzung.

Ebitda-Marge auf 23 % gesteigert

Der Filmrechtehandel habe dagegen in den ersten sechs Monaten 2001 einen Umsatz von 926,5 Mill. DM und ein Ebitda von 217,5 Mill. DM erzielt und damit seine Ebitda-Marge auf 23 % von 15 % im Jahr 2000 gesteigert, teilte KirchMedia weiter mit. Nachdem vor allem die am Neuen Markt notierten Filmrechtehändler im vergangenen Jahr die Preise in die Höhe getrieben hätten, stelle sich langsam wieder eine Normalisierung des Marktes ein, sagte Hahn. KirchMedia-Vorstand Fred Kogel sagte, der Rechtehandel solle weiter gestärkt werden.

In der Sparte Sportrechtehandel erzielte KirchMedia im ersten Halbjahr einen Umsatz von 603,5 Mill. Euro und ein Ebitda von 30,7 Mill. Euro. Darin seien die Erlöse aus dem Verkauf der Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 aber noch nicht enthalten. Kirch hatte im März die Übertragungsrechte der wichtigsten Spiele an das ZDF und die ARD für 225 Mill. DM verkauft. Aus Verhandlungskreisen verlautete zudem am Sonntag, Kirch habe die TV-Rechte an dem Großereignis in Südamerika für rund 1,85 Mrd. DM verkauft. Verhandelt über die Rechtevergabe wird noch in Italien, Frankreich und Großbritannien. Die Gespräche verliefen konstruktiv, sagte Hahn.

KirchMedia hält derzeit 52,5 % des Grundkapitals an der Senderfamilie ProSiebenSat.1 Media AG, mit der sie Mitte des Jahres 2002 zu einem börsennotierten Medienkonzern verschmelzen will. Mit den Vorarbeiten zu der Verschmelzung liege man im Plan, sagte Hahn, der das fusionierte Unternehmen als Vorstandschef führen soll.

Die im MDax notierten ProSieben-Aktien stiegen am Montagvormittag in einem leichteren Gesamtmarkt um knapp sieben Prozent auf 6,95 Euro.

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