Prognos-Studie: Tageszeitungen bleiben führend
Internet-Werbung auf dem Vormarsch

dpa MÜNCHEN/BONN. Werbung im Internet gewinnt gegenüber den klassischen Medien zunehmend an Bedeutung. Im laufenden Jahr werden in Deutschland 472 Mill. DM in Online-Werbung gesteckt, 2004 sind es voraussichtlich schon 2,2 Mrd. DM, ergab eine Studie des Schweizer Marktforschungsinstituts Prognos, die am Donnerstag von der Mediagruppe München vorgestellt wurde. Insgesamt können der Studie zufolge alle Medien 2000 mit rund 46 Mrd. DM Werbeeinnahmen rechnen, sieben Prozent mehr als 1999.

Führend bleibe auch in den kommenden Jahren die Werbung in Tageszeitungen, die aber leicht an Marktanteilen verlieren, während die TV-Werbung zulege. Das Gesamtvolumen des Werbekuchens werde bis 2004 auf gut 55 Mrd. DM steigen und bis 2010 weiter auf rund 73 Mrd. DM klettern. Durch den Boom entstehen auch zahlreiche neue Jobs. Mittlerweile klagten bereits viele Werbeagenturen über Fachkräftemangel, teilte der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) in Bonn mit.

Die Werbewirtschaft in Deutschland wachse in den nächsten zehn Jahren stärker als die Gesamtwirtschaft, heißt es in der Prognos - Studie weiter. Mit einer Steigerung des Marktanteils von einem auf vier Prozent bis 2004 werde die Online-Werbung dabei überpoportial zulegen, hieß es. Für die Fernsehwerbung sagt Prognos eine Steigerung des Anteils in diesem Zeitraum von 19,9 auf 20,2 % voraus. Während im Jahr 2000 rund neun Mrd. DM in Fernsehwerbung fließe, sollen es 2004 schon über elf Mrd. DM sein. Für Werbung per Post würden im laufenden Jahr 6,9 Mrd. DM ausgegeben, 2004 würden es dann 8,5 Mrd. DM sein.

Marktanteile verlieren werden laut Studie hingegen bis 2004 Tageszeitungen und Publikumszeitschriften. Tageszeitungen würden zwar weiterhin ihre Spitzenstellung behaupten. Ihre Werbeeinnahmen würden aber nur von 12,6 Mrd. DM im laufenden Jahr auf 14,6 Mrd. DM bis 2004 steigen, was eine Verringerung des Marktanteils bei den Werbeeinnahmen von 27,6 auf 26,4 % bedeute. Publikumszeitschriften werden der Studie zufolge ihre Werbeeinnahmen in diesem Zeitraum von 4,1 auf 4,8 Mrd. DM in 2004 erhöhen, womit sich der Marktanteil von 9,1 auf 8,7 % verringere.

Ein Grund für die vielen offenen Stellen bei den Werbeagenturen ist nach Ansicht des ZAW die hohe Abwanderungsrate von Werbefachexperten, die in die Internet-Branche wechselten. Dadurch fehlten den Werbeagenturen ausgebildete Fachleute in den Bereichen Internet, Text, Gestaltung und Planung.

Nach Angaben des ZAW sind derzeit insgesamt 360 000 Mitarbeiter in der Werbewirtschaft beschäftigt, darunter rund 37 000 Fachleute in Werbeabteilungen der Anbieter. 130 000 Menschen arbeiten in der Werbegestaltung und 13 000 im Bereich der Werbemittelverbreitung. Unmittelbar abhängig von Werbeaufträgen seien 180 000 Beschäftigte in Zulieferbetrieben, hieß es.

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