Prognose für 2002 bekräftigt
Merck sieht erste Signale zur Verbesserung des Marktes

Firmenchef Scheuble bekräftigte die Prognosen für 2002, wonach ein einstelliges Wachstum beim Umsatz und ein rückläufiges Betriebsergebnis zu erwarten seien.

Reuters FRANKFURT. Der Spezialchemie- und Pharmakonzern Merck sieht trotz einer anhaltend schwierigen Wirtschaftslage Anzeichen einer Verbesserung des Marktumfeldes.

"Aus dem Halbleitergeschäft gibt es erste positive Signale", sagte Firmenchef Bernhard Scheuble am Freitag auf der Hauptversammlung in Höchst. "Konkrete Hinweise für eine Verbesserung sehen wir bei unserem Flüssigkristallgeschäft, das sich über die letzten Monate bereits wieder positiv entwickelt".

Scheuble bekräftigte die Prognosen für 2002, wonach ein einstelliges Wachstum beim Umsatz und ein rückläufiges Betriebsergebnis zu erwarten seien. Grund dafür ist der Auslauf des Patentschutzes des umsatzstarken Medikamentes Glucophage, von dem bereits wesentlich günstigere Nachahmerprodukte (Generika) in den USA auf den Markt gekommen sind und zu deutlichen Umsatzeinbußen bei Merck führten.

Mittelfristig will Merck Scheuble zufolge eine Umsatz- und Kapitalrendite von mehr als 15 Prozent erreichen. Scheuble verwies jedoch darauf, dass nicht nur 2002, "sondern auch die darauf folgenden ein bis zwei Jahre nicht einfach werden dürften." Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 hatte Merck bei einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 877 Millionen Euro ausgewiesen. Die Umsatzrendite lag den Angaben zufolge bei 11,6 Prozent, die Verzinsung des eingesetzten Kapitals betrug 13,5 Prozent.

Scheuble bekräftigte zudem die Börsenpläne für die Labordistributionstochter VWR. "Wir wollen VWR International in den USA an die Börse bringen", sagte der Firmenchef. "Vor wenigen Tagen haben wir uns die dazu nötige Rechtsberatung und die Unterstützung durch Investmentbanken gesichert." Mit dem Börsengang sollten unter anderem weitere finanzielle Mittel für Merck beschafft werden. Außerdem unterstreiche dieser, "dass die Labordistribution kein eigentliches Kerngeschäft von Merck darstellt."

Im Bereich Medikamentenentwicklung wolle Merck weiter kräftig investieren. "Ich erwarte, dass die Forschungsaufwendungen prozentual stärker steigen werden, als der Umsatz", sagte Scheuble. Derzeit befänden sich acht potenzielle Medikamente zur Behandlung von Krebs in der klinischen Erprobung. Die Markteinführung neuer Arzneimittel sei ab 2003 geplant.

Scheuble kündigte weiter an, Merck werde bei Neueinstellungen künftig vorsichtig agieren. Nicht jede frei werdende Stelle werde wieder besetzt "und so werden wir Ende 2002 vermutlich weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Merck-Gruppe haben als Ende 2001", sagte Scheuble. Derzeit beschäftigt die Firma den Angaben zufolge 34.000 Angestellte, davon etwa 9000 in Deutschland. Am Standort Darmstadt werde Merck 70 Millionen Euro investieren, kündigte der Firmenchef an. Damit soll den Angaben zufolge eine vor zwei Jahren abgebrannte Produktionsanlage neu ausgerüstet werden. 2003 soll die Produktion wieder anlaufen.

Die Aktien des im MDax gelisteten Unternehmens notierten am Mittag um 0,42 Prozent im Minus bei 32,90 Euro.

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