Prognose schwierig
Neuer Markt strebt Gewinnzone entgegen

Der Neue Markt orientiere sich derzeit wieder etwas stärker am Dax, der sich ebenfalls nach oben bewege, sagte ein Händler.

dpa-afx FRANKFURT. Der Neue Markt scheint mehr und mehr der Gewinnzone entgegenzustreben. Gegen 11.35 Uhr stand der Nemax-50 bei 844,35 Punkten. Das war nur noch ein Abschlag von 1,9 Prozent. Am Morgen hatte der Index noch mehr als vier Prozent eingebüßt. Der All Share verlor 0,7 Prozent auf 885,95 Zähler.

Der Neue Markt orientiere sich derzeit wieder etwas stärker am Dax, und der strebe ebenfalls Richtung Gewinnzone, versuchte ein Händler eine Erklärung für die schmelzenden Kursverluste. Eine Prognose für die kommende Woche sei aber "extrem schwierig". Der Strom von Positiv-Nachrichten von Dell und Cisco sei "bereitwillig umgesetzt" worden. Aber vielleicht würden auf diesem Niveau nun Gewinne mitgenommen.

Die Nasdaq in New York habe sich zum Handelsende von ihrem Tageshoch deutlich entfernt. Das habe den Neuen Markt zu Handelsbeginn belastet, jetzt setze eine allmähliche Erholung ein, erklärte ein anderer Händler.

Der vorbörsliche Frühindikator für die Nasdaq habe trotz Gewinnwarnungen ins Plus gedreht. Die positiven Nachrichten vom US-Computerhersteller Dell seien ein Gegengewicht zu den Gewinnwarnungen von AMD und Gateway Inc . Das halte sich die Waage. Schließlich seien weitere Gewinnwarnungen im Technologie-Sektor nahezu erwartet worden.

Wenn es mit dem Nasdaq-Future weiter aufwärts gehe, seien auch Gewinne am Neuen Markt drin, schätzte er. "Hohe Umsätze sind aber nicht dahinter", denn man warte erst einmal die Arbeitsmarktdaten aus den USA ab. Außerdem stehe das Wochenende vor der Tür, da würden doch einige Positionen glatt gestellt.

Biodata hatte am Morgen mitgeteilt, dass das Unternehmen seine Prognosen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr deutlich verfehlen wird. Zusätzlich werde das Ergebnis 2001 durch voraussichtlich über zehn Mill. Euro Abschreibungen auf Forderungen und Vorräte belastet. Nun soll umstrukturiert und gespart werden. Außerdem trat der Vorstandsvorsitzende Tan Siekmann zurück.

Die Aktie brach um 50,35 Prozent auf 2,15 Euro ein und war damit Schlusslicht im Nemax-50. Der Kurseinbruch von mehr als 50 Prozent müsse noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, sagte Andreas Köchling, Analyst bei der Frankfurter Sparkasse. Auf einem Kursniveau von etwa 1,90 Euro sei keine Analyse mehr möglich. Denkbar sei, dass nun Zocker aufspringen und der Titel noch einmal steigt.

Allerdings könne er einen weiteren Abrutsch bis auf 1,20 Euro zu Beginn der nächsten Woche nicht ausschließen. Denn vor allem private Anleger, die noch in Biodata investiert sind, reagieren möglicherweise erst nach dem Wochenende auf die Hiobsbotschaften und realisieren dann lieber Verluste, als das Geld in der Aktie zu lassen.

Morphosys , die sich im Wochenverlauf etwa verdoppelt hatten, standen deutlich unter Druck. Die Anteilsscheine des Biotechnologie-Unternehmens verloren 7,12 Prozent auf 40,68 Euro. Ein Händler sagte, dass nun Gewinne mitgenommen würden.

Der Online-Vermarkter Ad-Pepper wird binnen 18 Monaten bis zu 10 % eigener Aktien zurückkaufen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Die Börse honorierte die Nachricht mit einem Plus von 21,25 Prozent. Damit kostete ein Anteilsschein 0,97 Euro.

Auch das IT-Unternehmen Transtec wartete mit einer Gewinnwarnung auf. Die Terroranschläge in den USA hätten die Konjunktur weiter belastet. Deshalb werde der Umsatz im dritten Quartal um 10 % unter dem Vorjahreswert zurückbleiben. Die schwarze Null im Betriebsergebnis des Gesamtjahres werde ebenfalls verfehlt.

Bei sehr schwachen Umsätzen gaben die Transtec-Aktien am Mittag 8,57 Prozent ab und kosteten 4,48 Euro.

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