Prognosen bekräftigt
Vivendi Universal verringert Verluste

Dank guter Ergebnisse seiner Telekom - und Bezahlfernseh-Sparten hat der weltweit zweitgrößte Medienkonzern Vivendi Universal im abgelaufenen Geschäftsquartal seinen operativen Gewinn überraschend deutlich gesteigert.

Reuters PARIS. Der Betriebsgewinn habe mit 844 Mill. Euro das Ergebnis des Vorjahres um 39 % übertroffen, teilte das französisch-amerikanische Unternehmen am Dienstag mit. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit 652 Mill. Euro gerechnet. Die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen ließen die Vivendi-Aktien in einem insgesamt freundlichen Pariser Markt um rund ein Prozent auf 17,45 Euro steigen. Der Konzern, der 2002 wegen seiner hohen Schuldenlast in Liquiditätsnöte geraten war, bekräftigte zudem seine Geschäftsprognosen für 2003.

Begünstigt worden sei das Unternehmensergebnis dadurch, dass der Bezahl-Fernsehsender Canal Plus wieder schwarze Zahlen geschrieben habe, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Sender wies im Quartal einen Gewinn von 158 Mill. Euro nach einem Verlust von 68 Mill. Euro im Vorjahr aus. Gleichzeitig steigerte das zu Vivendi gehörende Telekommunikations-Unternehmen Cegetel seinen operativen Gewinn um 30 % auf 465 Mill. Euro. Im Bereich Musik und Computerspiele wurde den Angaben zufolge jedoch ein Verlust erwirtschaftet.

Der Nettoverlust des Konzerns verringerte sich im Quartal auf 319 Mill. Euro von 815 Mill. Euro im Vorjahr. 2002 hatte Vivendi nach milliardenschweren Abschreibungen auf Beteiligungen einen Rekordverlust von 23,3 Mrd. Euro geschrieben. Den Quartalsumsatz hatte Vivendi bereits zuvor mit 6,232 Mrd. Euro angegeben, was einem Rückgang um 4 % zum Vorjahr entsprach.

Den Netto-Schuldenstand per Ende Mai bezifferte das Unternehmen mit 14 Mrd. Euro. Mitte des vergangenen Jahres hatten sich die Schulden noch auf rund 20 Mrd. Euro belaufen. Vivendi will mit dem Verkauf von Firmenteilen 2003 insgesamt 7 Mrd. Euro erlösen und seinen Schuldenberg bis zum Jahresende auf 11 Mrd. Euro reduzieren. So sucht der Konzern gegenwärtig einen Käufer für seine US-Unterhaltungssparte Universal. Die hohen Schulden im Zuge massiver Zukäufe der vergangenen Jahre hatte Vivendi 2002 in eine Liquiditätskrise gebracht. Vor drei Jahren war das Unternehmen durch die Fusion mit Universal vom Wasserversorger zum zweitgrößten Medienunternehmen der Welt aufgestiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%