Prognosen für Geschäftsjahr 2002
SAP SI reduziert die Erwartungen

Der IT-Dienstleister SAP SI hat nach einem schwachen ersten Halbjahr seine Wachstumsprognosen für das Geschäftsjahr 2002 deutlich reduziert und damit einen Kurseinbruch seiner Aktie ausgelöst.

Reuters DRESDEN. Wegen der konjunkturell bedingt voraussichtlich verhaltenen Nachfrage nach IT-Dienstleistungen im zweiten Halbjahr werde nunmehr mit einem Umsatzwachstum von neun bis zwölf Prozent gerechnet, teilte die im Nemax-50 gelistete Tochter des Software-Konzerns SAP am Dienstag mit. Zuvor war noch ein Zuwachs von 15 bis 20 Prozent in Aussicht gestellt worden. Analysten zeigten sich nicht überrascht von der Nachricht. Der Mutterkonzern SAP hatte bereits Ende vergangener Woche seine Umsatzprognose für 2002 reduziert. Die SAP-SI-Aktie fiel bis zum Mittag um mehr als acht Prozent auf 10,07 Euro.

Die operative Gewinnmarge für 2002 werde nach den neuen Prognosen voraussichtlich bei neun bis zwölf Prozent liegen, teilte SAP SI weiter mit. Vorherige Planungen waren von 15 bis 17 Prozent ausgegangen. Im ersten Halbjahr 2002 habe SAP SI nach vorläufigen Zahlen einen Rückgang beim operativen Gewinn auf rund sechs Millionen Euro nach 19,9 Millionen Euro im Vorjahr verbucht.

Die Gründe für den Ergebnisrückgang lägen im wesentlichen in der niedrigeren Beraterauslastung sowie in Sonderaufwendungen von insgesamt rund acht Millionen Euro für Restrukturierungsmaßnahmen und Wertberichtigungen auf nicht werthaltige Forderungen. Ohne diese Sondereffekte hätte der operative Gewinn den Angaben zufolge bei rund 14 Millionen Euro und die bereinigte operative Gewinnmarge bei rund 9,5 Prozent gelegen. Der Umsatz für die ersten sechs Monate wurde mit rund 146 Millionen Euro nach 125,7 Millionen Euro beziffert.

Analysten stuften die Senkung der Jahresplanung nicht als Überraschung ein. "Ich gehe davon aus, dass das meiste schon im Kurs drin ist, schließlich ist die Aktie zuletzt analog zu SAP gefallen. Da das Unternehmen Einmaleffekte und Forderungsabschreibungen zitiert, rechne ich mit einer Erholung des Geschäfts im kommenden Jahr", sagte Norbert Loeken, Analyst bei WestLB Panmure. Er belasse die Bewertung der Aktie unverändert auf "Neutral", halbiere jedoch das Kursziel auf zehn von zuvor 20 Euro. Marc Osigus von der Berenberg Bank gab seiner Kurzstudie die Überschrift "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" und nahm seine Bewertung der Aktie auf "Halten" von zuvor "Kaufen" zurück.

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