Prognosen knapp verfehlt
Analysten uneins über Dell-Preispolitik

Der US-Computerhersteller hat für das 4. Quartal einen Gewinn je Aktie von 18 Cents ausgewiesen. Analysten hatten 19 Cents prognostiziert. Sie bezweifeln die Erfolgsaussichten der neuen Dell-Strategie.

vwd ROUND ROCK. Analysten haben sich uneins über die angekündigten Strategien der Dell Computer Corp, Round Rock, geäußert, nachdem der US-Computerhersteller mit den am späten Donnerstag vorgelegten Viertquartalszahlen die Analystenprognosen knapp verfehlt hat. Der US-Computerhersteller hat für das vierte Quartal einen Gewinn je Aktie vor außerordentlichen Posten von 0,18 $ ausgewiesen. Analysten hatten dagegen einen Gewinn von 0,19 $ je Aktie prognostiziert. Der Nettogewinn war mit 434 Mill. $ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert.

Im Gesamtgeschäftsjahr hat Dell den Gewinn vor ao Posten auf 0,84 $ je Aktie von 0,68 $ je Aktie gesteigert. Im Anschluss an die Ergebnisvorlage offenbarte Dell, dass das Ergebnis je Aktie im ersten Quartal per 4. Mai mit 0,17 $ um 0,02 $ hinter den Analystenerwartungen zurückblieben werde. Für das Gesamtgeschäftsjahr 2001 wollte Dell angesichts der unsicheren Marktlage hingegen keinen Ausblick präsentieren. Am Donnerstagnachmittag hatte Dell zudem den ersten Stellenabbau in der Unternehmensgeschichte angekündigt.

Durch die Entlassung von 1 700 Arbeitnehmern solle dem aus den teils drastischen Preissenkungen resultierenden Gewinnrückgang entgegengewirkt werden, hieß es zur Begründung. "In Anbetracht der aktuellen Indikatoren müssen wir sehr vorsichtig sein", wird James M. Schneider, Chief Financial Offiver (CFO) des Computerherstellers vom "Wall Street Journal" (Freitagausgabe) zitiert.

Schwacher Computermarkt

Die vorgelegten Ergebnisse sind nach Ansicht von Marktbeobachtern ein deutliches Zeichen dafür, dass die einst so vielgerühmte Fähigkeit des PC-Herstellers, die Produktpreise zu senken und gleichzeitig die Gewinne zu erhöhen, angesichts des schwachen Computermarkts nicht mehr funktioniert. Dell unterstrich jedoch, weiterhin mit der aggressiven Preispolitik fortfahren zu wollen. Analysten haben dieses Vorhaben mehrheitlich als den richtigen Schritt begrüßt, um Marktanteile auf dem Server-Markt zu gewinnen.

Wer die Konkurrenz vom Markt verdränge, könne immer noch Gewinne erwirtschaften, sagte Naniel Niles von Lehman Brothers "Dell hat schon zuvor bewiesen, dass es auch auf dem Markt für industrielle Großkunden Preiselastizität gibt", erklärte Ashok Kumar, Analyst bei Bancorp Piper Jaffray. Während die Server-Nachfrage der Wirtschaft um 14 % angestiegen sei, habe Dell in diesem Bereich ein 63-prozentiges Wachstum verzeichnet. Dell könne durch ihre aggressive Preispolitik somit in der Tat Marktanteile gut machen, so Kumar.

Dell will die rückläufige PC-Nachfrage nach eigener Aussage zudem dazu nutzen, die Verlagerung des Unternehmensschwerpunkts auf den Server- und Speichermarkt sowie auf den Dienstleistungssektor vom Niedrigpreis-PC-Markt, der bislang rund die Hälfte der Umsätze erwirtschaftet hat, voranzutreiben. Einige Analysten bewzeifeln jedoch die Erfolgsaussichten dieser Strategie. Dell habe keine ausreichenden Kostenvorteile mehr, meinte Brokks L. Gray, Analyst von Technology Business Review.

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