Prognosen reduziert
Brüssel erwartet nur noch Mini-Wachstum

Im dritten und vierten Quartal des Jahres wird das Wachstum nur noch 0,2 bis 0,5 Prozent betragen. Auch für das kommende Jahr wird die EU-Kommission ihre Prognose wohl reduzieren.

rtr BRÜSSEL. Die Wirtschaft der Euro-Zone wird nach Einschätzung der EU-Kommission erst im Laufe des nächsten Jahres wieder an Fahrt gewinnen. Die Kommission senkte am Donnerstag ihre Wachstumsprognosen für das dritte und vierte Quartal 2002 und begründete dies mit der Erwartung schwächerer Verbraucherausgaben und einer geringeren Auslandsnachfrage.

Auch für 2003 werde die bisherige Prognose von 2,9 % wohl reduziert, sagte Kommissionssprecher Gerassimos Thomas in Brüssel. Wie stark die Erwartungen gesenkt würden, wollte er allerdings nicht sagen. Er verwies auf die Bekanntgabe der neuen Prognosen im November. "In diesem Jahr wird das Wachstum wahrscheinlich nicht ein Prozent übertreffen", bekräftigte er frühere Kommissionsaussagen.

Für das dritte und vierte Quartal rechne die Kommission nunmehr jeweils mit einem Wachstum von 0,2 bis 0,5 %, erklärte das Gremium. Bisher war sie für beide Vierteljahre von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,3 bis 0,6 % ausgegangen. "Die Daten belegen die Kommissionserwartung, dass eine Wachstumsbeschleunigung bis nächstes Jahr verschoben wird", sagte Thomas weiter.

Ihre BIP-Schätzung für das zweite Quartal revidierte die Kommission indes geringfügig nach oben. Für die Monate April bis Juni ermittelten die Volkswirte der Kommission ein Wachstum von 0,4 (vorherige Schätzung 0,3) Prozent im Quartalsvergleich und von 0,7 (0,6) Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Angesichts der nur schleppend verlaufenden Konjunkturerholung in der Euro-Zone waren in letzter Zeit Forderungen nach einer erneuten Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgekommen. Am Donnerstag ließ die Notenbank den Leitzins allerdings unverändert bei 3,25 %. Die Mehrheit der Analysten erwarten inzwischen eine Zinssenkung noch in diesem Jahr, da die Vertrauenskrise an den Aktienmärkten die gesamte Wirtschaft immer mehr belasten. Seit November hat die EZB die Zinsen unverändert gelassen.

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