Prognosen werden nicht besser
Guten Rutsch - aber nicht für den Dax

Zum Jahresschluss ein Blick auf den Dax, den Leibhaftigen.

Sein wissenschaftlicher Name ist "Meles meles", er gehört zur Familie der Marder und kann bis zu 12 kg schwer werden. Interessant: Der Dax sieht schlecht, hört besser, hat vor allem einen ausgezeichneten Geruchssinn.

Da der Börsen-Dax zwar quicklebendig, aber kein lebendes Wesen ist, kann man solche Sinnesquali- täten höchsten mit denen der Börsenprofis verglei-chen - hier sind insbesondere die Analysten und Vermögensverwalter angesprochen. Das richtige Näschen für den Dax 2002 hatte keiner. Und schon die Vorhersage für das Jahr 2001 lag total daneben. Die Prognose-Bilanz wird nicht besser, wenn noch weiter zurück blickt. Dennoch: Wir brauchen und wollen die Prognosen. Kann es nach drei schlechten Jahren noch ein viertes geben? Es kann. Aber das glauben die Experten nicht. Im Gegenteil, sie setzen im Jahresverlauf wieder auf deutliche steigende Aktienkurse, sehen im rechnerischen Durchschnitt der Vorhersagen den Dax Ende 2003 bei 3 915 Punkten. Das ist ziemlich genau das Niveau (um 4 000 herum), das selbst skeptische Propheten als Zielzone für die "Bear-Market-Rally" im letzten Quartal des jetzt zuende gehenden Jahres erwartet hatten.

Knapp 4 000 Punkte - das klingt nicht gerade spektakulär, wenn man noch den Höchststand des Aktienfiebers von gut 8 100 Punkten im März 2000 in den Knochen hat. Andererseits braucht man keinen Taschenrechner, um zu erkennen, dass von den heutigen knapp 3 000 bis zu den vorher gesagten knapp 4 000 ein relativ sehr weiter Weg ist. Bei allen Sorgen über den näher rückenden Nahost-Krieg und den möglichen Folgen: Geben wir dem neuen Jahr und den Dax-Prognosen erst einmal eine Chance! Sie können übrigens beweisen, ob sie eine bessere Nase haben als die Banken. Mehr dazu am Donnerstag.

Bis dahin: Ihnen allen einen guten Rutsch.

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