Prognosen zurückgeschraubt
Heideldruck verzeichnen deutlichen Gewinnrückgang

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2001/2002 ihr Betriebsergebnis um 28 % verringert. Heidelberger Druckmaschinen stürzen nach Gewinnwarnung ab

dpa-afx HEIDELBERG. Nach den Terroranschlägen in den USA hat auch die erfolgsgewohnte Heidelberger Druckmaschinen AG einen massiven Gewinneinbruch erlitten und ihre Prognose nach unten zurückgeschraubt. Im Geschäftsjahr 2001/02 (31. März) erwartet Heidelberg im Vergleich zu den 5,3 Mrd. ? (10,4 Mrd. DM) des Vorjahres einen Umsatzrückgang um etwa 10 %, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Der Nettogewinn werde voraussichtlich von 283 auf 200 bis 220 Mill. ? sinken. Durch Kostensenkung will das Unternehmen im zweiten Halbjahr 100 Mill. ? sparen. Stellenabbau und betriebsbedingte Kündigungen soll es bei dem Konzern mit seinen weltweit 26 000 Mitarbeitern nicht geben.

"Die Ereignisse in den USA haben erste Auswirkungen auf unser Geschäft gezeigt", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier. In allen Regionen sei im ersten Halbjahr ein Umsatzplus erzielt worden - mit Ausnahme der Nafta-Staaten USA, Kanada und Mexiko, wo die Erlöse um 18,9 % zurückgingen. Ursprünglich hatte Heidelberg einmal für das Geschäftsjahr mit steigendem Gewinn und Umsatz gerechnet.

Betriebsergebnis schrumpft um 28 %

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz vorläufigen Zahlen zufolge leicht von 2,2 auf 2,3 Mrd. ?. Das Betriebsergebnis schrumpfte jedoch um 28 % auf 110 Mill. ?. Der Nettogewinn sank um knapp ein Viertel auf 62 Mill. ?. An den strategischen Zielen halte Heidelberg fest, betonte Schreier. Dazu zählen der Ausbau des Digitaldruckgeschäfts, der Ausbau der Weltmarktführerschaft bei Offset-Maschinen und die Übernahme der Marktführerschaft bei Weiterverarbeitungssystemen für Druckerzeugnisse .

Die 100 Mill. ? Einsparungen sollen unter anderem durch Einstellungsstopp und Nichtverlängerung befristeter Arbeitsverträge erreicht werden. Allein im September lag der Umsatz um 100 Mill. ? unter den Erwartungen. Besonders hart traf es die Sparte Rollenoffset-Maschinen (Web Systems), deren Umsatz im ersten Halbjahr um 30 % unter dem Vorjahreswert lag.

Das Betriebsergebnis der Sparte werde voraussichtlich noch einmal um 65 Mill. ? unter dem Vorjahresverlust von 24 Mill. ? liegen. Die Auftragseingänge in allen Sparten gingen um 17,4 % auf 2,5 Mrd. ? zurück. Im Vorjahr hatte allerdings die nur alle vier Jahre stattfindende Düsseldorfer den Heidelbergern einen Auftragsboom beschert.

Größte Sparte steigert Umsatz im ersten Halbjahr

Das Bild ist aber nicht rundum düster: Die größte Sparte Bogenoffset-Druckmaschinen (Sheetfed) steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr von 1,35 auf 1,57 Mrd. ? und das Betriebsergebnis von 212 auf 260 Mill. ? steigern. Das gemeinsam mit dem US-Konzern Kodak im September gestartete Geschäft mit den "Nexpress"- Maschinen für den farbigen Digitaldruck sei voll im Rahmen der Erwartungen, betonte Finanzvorstand Herbert Meyer.

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