Programm erlaubt Vorauswahl von neuem Personal
Neue Software testet Bewerber über das Internet

Immer mehr Firmen suchen neues Personal per Internet. Mit einem Computerprogramm, das von Forschern in Bochum entwickelt wurde, können die Bewerber gleich via Datennetz auf ihre Eignung getestet werden.

BOCHUM. Die Suche von neuen Mitarbeitern via Internet gehört vor allem in der Computer- und Telekommunikationsbranche inzwischen zum Alltag. Die Stellen werden über Online-Stellenmärkte und die Homepages der Firmen ausgeschrieben. Und die Bewerbungen kommen ebenfalls per E-Mail über das Datennetz. Fehlt nur noch das Bewerbungsgespräch via Internet.

Bis dahin wird es zwar noch etwas dauern, doch damit die Auswahl der Kandidaten, die ins Unternehmen eingeladen werden sollen, leichter fällt, hat Heinrich Wottawa, Prof. für Psychologie an der Ruhr Universität Bochum und Geschäftsführer der Bochumer Personalsoftware-Firma Eligo, gemeinsam mit der Siemens AG in München eine webbasierte Software entwickelt, mit der die Eignung der Bewerber untersucht werden kann.

"Perls" erfasst vor allem "Soft Skills"

Das Testprogramm Perls (Personnel System), das heute und morgen erstmals öffentlich auf der Messe "Personal 2001" in Frankfurt vorgestellt wird, erfasst vor allem so genannte "Softskills" wie Kooperationsbereitschaft, Leistungsmotivation, die Fähigkeit zum vernetzten Denken und analysiert sowohl Stärken als auch Schwächen der Bewerber. Das Programm kombiniert psychodiagnostische Leistungstests mit Fragebögen und bietet die Möglichkeit, Wissensabfrage und Online-Spiele zu mixen. Dadurch zeichnet es ein dynamisches und aussagefähiges Bild der Kandidaten.

"Das Programm setzt sich aus insgesamt 70 Testverfahren zusammen, die sich je nach den individuellen Erfordernissen und Anforderungen der Unternehmen zusammenstellen lassen", erläutert Wottawa. Zunächst wird ein Anforderungsprofil erstellt, das auf die zu besetzende Stelle zugeschnitten wird und alle Kompetenzen enthält, die der neue Mitarbeiter mitbringen soll. Die Bewerber werden per E-Mail eingeladen, sich an dem Onlinetest zu beteiligen. Für die Bearbeitung, die am PC zu Hause über das Internet erfolgt, erhält jeder Teilnehmer ein persönliches Passwort. So kann der Kandidat zwischendurch Pausen einlegen und sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder an derselben Stelle in den Test einklinken.

Interessant für den Bewerber: Mit Hilfe eines "Leistungsthermometers", das den jeweils besten Punktestand anzeigt, lässt sich die persönliche Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Kandidaten ablesen. "Außerdem können die Bewerber mit dem Test frühzeitig feststellen, ob sie tatsächlich den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle gewachsen sind. Statt einer enttäuschenden Absage, die mancher auch als verletzend empfinden könnte, steht die eigene Einsicht und Entscheidung. Die Frustration wird so rasch abgebaut", erklärt Wottawa.

Bewerber nutzen Programm für ihre persönliche Bewerbungsstrategie

"Der Test im Internet gibt dem Bewerber die Chance, besser einzuschätzen, ob das Unternehmen zu ihm passt", sagt Andreas Hentrich, Projektleiter bei der P.o.int Management GmbH in Ulm, einem Internetanbieter für virtuelle Karrieremessen. Das Unternehmen erprobt seit kurzem das Online-Testverfahren und bietet es Bewerbern im Rahmen seiner Internetauftritte an. Die Resonanz sei ausgesprochen gut, bereits mehrere hundert Nutzer hätten das Programm für ihre persönliche Bewerbungsstrategie genutzt, so Hentrich.

Auch für kleinere Firmen und das Handwerk hat das Online-System Vorteile. "Es kann nicht nur die Personalsuche vereinfachen, sondern auch bei Rekrutierung eines geeigneten Betriebsnachfolgers helfen", sagt Wottawa. Ein Modul beschäftigt sich etwa mit typischen Inhalten eines Handwerksbetriebes und wählt Bewerber nach ihrem handwerklichen Geschick, technischen Sachverstand und betriebswirtschaftlichen Grundwissen aus.

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