Programm soll auf den Vormittag ausgedehnt werden
Kultursender Arte feiert zehnten Geburtstag

"Arte hat kein Gesicht", sagte Präsident Jobst Plog am Dienstagabend in Hamburg bei der Präsentation des Programms zum 10. Geburtstag des Senders selbstkritisch.

dpa HAMBURG. Unter anderem sollen mehr wiedererkennbare Gesichter auf dem Bildschirm und ein breiteres Themenspektrum Arte zu einer Marke entwickeln. Über die Kultur hinaus solle der Sender, der am 30. Mai 1992 als Gemeinschaftsprojekt von ARD, ZDF und Arte-France auf Sendung ging, an Profil als europäischer Informationssender gewinnen.

Dazu sei keine Radikalkur nötig, sondern nur eine "Feinjustierung", meinte Plog. Ein wichtiger Schritt sei die Ausdehnung des Programms in den Nachmittag. Seit April ist Arte nach Bremen und Niedersachsen auch in Hamburg von 14.00 Uhr an im Kabel zu sehen. In anderen Bundesländern kann man Arte wegen knapper Kabelkapazitäten bislang erst von 19.00 Uhr an empfangen. Der Zuschauer erwarte aber, dass er einen Sender rund um die Uhr sehen könne. Daher sei auf lange Sicht die Ausdehnung auch in den Vormittag geplant. Derzeit stünden dem außer den Frequenzproblemen jedoch die knappen finanziellen Mittel entgegen. Den von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) bewilligten Jahresetat von zurzeit rund 350 Mill. Euro nannte Plog unzureichend.

Das im Herbst 2001 veränderte Sendeschema hat nach Angaben von Arte-Programmdirektor Victor Rocaries dazu beigetragen, dass der Bekanntheitsgrad des Senders gestiegen sei. Mehr als vier Mill. Menschen schauten pro Woche mindestens eine Viertelstunde Arte. Neun von zehn Menschen sei Arte inzwischen ein Begriff. Der Marktanteil in Deutschland habe 2001 im Schnitt bei knapp 0,8 % gelegen.

In der Geburtstagswoche vom 25. bis 31. Mai geht Arte auf Reisen in fünf europäische Städte und zeigt Filmklassiker wie Percy Adlons "Out of Rosenheim" mit Marianne Sägebrecht und den Fritz-Lang- Stummfilm "Metropolis" von 1927 in restaurierter Fassung. Außerdem im Programm: ein Themenabend über Romy Schneider, Wim Wenders' Dokumentarfilm "Buena Vista Social Club" und ein Konzert der isländischen Sängerin und Schauspielerin Björk ("Dancer in the Dark"). dpa np yyzz ma

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