"Programmierer sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen"
Kleinere Firmen unterschätzen die Gefahren der Vernetzung

Die Mehrzahl der rund 3,5 Millionen kleinen und mittelständischen Betriebe in Deutschland unterschätzt nach Ansicht des Computer-Experten Hubertus Soquat die Gefahren durch die weltweite Vernetzung. Nur jeder fünfte Betrieb sei bereit, seine Computer mit Sicherheitsprogrammen zu schützen, sagte Soquat.

dpa-afx DARMSTADT. "Die Aufklärung dauert wesentlich länger, als wir erwartet haben", sagt der Referent für IT-Sicherheit im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI). Nach einer Umfrage des Ministeriums haben bislang erst 70 % der Betriebe das Problem im Blick. Da Sicherheit jedoch Geld koste, scheuten immer noch viele vor notwendigen Maßnahmen zurück.

"Wir müssen den Chefs klarmachen, dass es um ihre Existenz geht." Computer-Viren und Haker-Angriffe könnten nicht nur einen hohen finanziellen Schaden anrichten, sondern auch das Image eines Unternehmens verschlechtern.

Genau lässt sich der Schaden nicht messen

Gesicherte Daten über den gesamtwirtschaftlichen Schaden, der durch fehlende Sicherheit in Computern entsteht, gibt es nach Ansicht von Soquat nicht. Allerdings gebe es Anhaltspunkte: "Die Reparatur eines Softwareproblems kann aber schnell mehrere tausend Mark kosten, bei großen Unternehmen sogar Millionen."

Gefordert sind für den Sicherheits-Spezialisten nicht nur Betriebe, sondern auch Privatnutzer: "Da jeder mit jedem vernetzt ist, stellt jeder ungeschützte Computer eine Gefahr für alle dar. Er ist das schwächste Glied, bei dem die Haker ansetzen können." Kritik übte Soquat auch an den Programm-Herstellern. Sie müssten die Sicherheit als festen Bestandteil in die Programme einbauen und nicht hinterher halbherzig aufpfropfen. "Das hat natürlich wirtschaftliche Gründe: alles muss schnell entwickelt werden", sagte Soquat: "Allerdings sägen die Programmierer mit diesem Vorgehen an dem Ast, auf dem sie sitzen".

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