Projekt "Geschichte und Menschenrechte" gestartet: Zwangsarbeiter-Stiftung zahlte 2,1 Milliarden aus

Projekt "Geschichte und Menschenrechte" gestartet
Zwangsarbeiter-Stiftung zahlte 2,1 Milliarden aus

Die Zwangsarbeiter-Stiftung hat bislang 2,1 Mrd. ? Entschädigung an Nazi-Opfer in aller Welt ausgezahlt. Nach Planungen der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" sollen bis 2005 die Auszahlungen an 1,24 Mill. Nazi-Opfer abgeschlossen sein, sagte der Vorsitzende des Stiftungs-Kuratoriums, Dieter Kastrup, am Donnerstag in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Die Zahlungen hatten im Juni 2001 begonnen. In den Entschädigungsfonds haben Staat und Wirtschaft gut fünf Mrd. ? eingezahlt.

Bei seiner 12. Sitzung verständigte sich das Kuratorium auf ein Projekt, das die Lebensgeschichten der Sklaven- und Zwangsarbeiter festhalten soll. Laut Kastrup sollen 500 bis 1 000 Schicksale auf Videofilmen für Forschungs- und Dokumentationszwecke archiviert werden. Für die Interviews mit den ehemaligen Zwangsarbeitern sollen junge Menschen in Polen, Tschechien, Russland und anderswo gewonnen werden.

Das Kuratorium beschloss ferner, aus dem Erinnerungsfonds ein Projekt "Geschichte und Menschenrechte" zu finanzieren. Damit will die Stiftung einen Beitrag im Kampf gegen Anti-Semitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit leisten. "Wir wollen die Erinnerung an die Leiden der ehemaligen Opfer der Zwangs- und Sklavenarbeit mit der Erziehung von jungen Menschen im Geiste der Aussöhnung verbinden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Michael Jansen.

Ein zunehmendes Problem bei der Auszahlung der Entschädigungen ist die steigende Zahl von Todesfällen unter den zum Teil hochbetagten Opfern. Nach dem Gesetz gehen die Leistungen auf die Erben über, die aber oft erst nach aufwendigen Recherchen ausfindig gemacht werden können. An der Spitze der Auszahlungen in bisher 79 Ländern steht Polen, wo 411 450 Opfer mit einer ersten Tranche von insgesamt 589 Mill. ? entschädigt worden. Die Jewish Claims Conference (JCC) erhielt 609 Mill. ? für 119 861 Opfer.

Insgesamt 222 880 Anträge musste die Stiftung bislang als unberechtigt ablehnen. Die meisten davon betrafen die Internationale Organisation für Migration (IOM), die nichtjüdische Opfer außerhalb Mittel- und Osteuropas vertritt. Von Seiten der IOM und der JCC gingen laut Stiftung auch die meisten Beschwerden ein. Ein erheblicher Teil betrifft ehemalige zur Arbeit gezwungene Kriegsgefangene, die aber nach den Bestimmungen des Gesetzes nicht entschädigt werden können.

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