Projektionstechnik bietet auch bei Tageslicht gute Bilder
Videobeamer verdrängen Monitore

Neuer Trend auf der Kölner Multimedia-Messe Photokina, die gestern zu Ende gegangen ist - Videobeamer sollen nicht nur die Büros, sondern auch die Wohnzimmer erobern und klobige Fernseher und Bildschirme ablösen. Hersteller und Handel erwarten sinkende Preise. Allerdings leiden die Geräte noch unter hohen Wartungskosten.

Wuchtige Fernsehgeräte und Bildschirme könnten bald einen schweren Stand haben - denn zunehmend setzen sich in Wohnzimmern und Büros Videobeamer durch. Die Geräte werden immer kleiner und günstiger. "Es entwickelt sich ein hochdynamischer Markt, der vielleicht in zehn Jahren Bildschirme uninteressant werden lässt", sagt Jochen Wiesinger, Sprecher der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU).

Noch machen Business-Anwendungen mit 80 % den großen Teil des Marktes für Videobeamer aus. "Allerdings verzeichnet der Heimkinomarkt die größten Zuwächse", sagt Ralf Wolf, Sprecher von NEC Deutschland in Ismaning, dem deutschen Marktführer. Das Unternehmen dominiert gemeinsam mit Epson und Toshiba auch den Weltmarkt. Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wurden im vergangenen Jahr 109 000 Videobeamer in Deutschland verkauft. Für dieses Jahr wird eine deutliche Steigerung erwartet.

Japanische Firmen vorne

Videobeamer basieren auf drei verschiedenen technischen Standards: Neben dem klassischen 3-Röhren-Projektor gibt es Frontprojektoren mit DLP- sowie mit LCD-Technik. Die 3-Röhren-Rückprojektionsgeräte eignen sich am besten für Highend-Präsentationen. Dank der Röhrentechnik haben ihre Lampen eine Lebensdauer von bis zu 20 000 Stunden. Die Geräte müssen allerdings gut gekühlt werden. Ein Nachteil - sie bringen deshalb bis zu 60 Kilogramm auf die Waage.

DLP-Geräte basieren auf einer Spiegeltechnik, die ein sehr scharfes Bild und gute Farben liefert. Die Beamer sind sehr kompakt und leicht. Die Technik ist jedoch träge - sie eignet sich daher am besten für Präsentationen. LCD-Beamer funktionieren ähnlich wie Flachbildschirme und können sehr gut Farben wiedergeben - inzwischen auch bei Tageslicht. Daher eignen sich vor allem gut für die Wiedergabe Videos auf großen Leinwänden.

Im Vergleich zu reinen Präsentationsbeamern ist bei videotauglichen Geräten der Bildaufbau optimiert: Das ankommende Bildsignal wird wie beim Fernseher in 50 Halbbilder pro Sekunde umgewandelt. Je größer das Bild ist, desto eher kann es jedoch zu Zeilenflimmern an den horizontalen Kanten kommen.

Ersatzlampen sind teuer

Entscheidend für die Bildqualität ist der ANSI-Lumen-Wert. Er gibt Auskunft über die Bildhelligkeit von Daten- und Videoprojektoren. "Im Home-Bereich werden sehr leichte Geräte mit 2 000 Lumen zum Standard", erwartet Thomas Hemmenga, Vertriebsleiter der Grages Datensysteme GmbH. Gute Beamer mit S-VGA Grafik kosten derzeit 3 500 bis 4 000 Euro. Hemmenga geht davon aus, dass die Preise im nächsten Jahr auf 1 500 bis 1 700 Euro sinken und sich längerfristig bei 1 000 Euro stabilisieren.

Beim Kauf der Beamer spielt auch immer mehr die Lautstärke der Lüfter eine Rolle. Über kleine Ventilatoren im Gerät werden die Lampen wie bei einem Diaprojektor gekühlt. Die Lampen sind eine Schwachstelle, die das Beamen im Dauerbetrieb zu einer teuren Sache machen: Die Birnen halten nur rund 1 000 Stunden, also etwa 400 Spielfilme lang. Ersatz kostet mindestens 500 Euro.

Im Trend liegen kabellose Bedienbarkeit per Funksignal über Wireless LAN. Bei Präsentationen ermöglicht die standardisierte Funktechnik, dass bei einer Präsentation im Unternehmen Charts vom PC in Büros an den Projektor gesendet werden, die 30 Meter entfernt sein können. abellos können Projektor-Einstellungen verändert und der Zustand des Gerätes diagnostiziert werden. "Das bewahrt vor Pannen bei Präsentationen", sagt Ralf Wolf von NEC.

NEC hat jüngst Geräte vorgestellt, die über eine Auto-Focus-Funktion und Auto-Color- Korrektur verfügen, über die Bilder auf Knopfdruck scharf gestellt und auf farbige Hintergründe projiziert werden können. Eine Weltneuheit ist die 3D-Reform-Technik von NEC, die gleichzeitig eine horizontale, vertikale und diagonale Trapezkorrektur erlaubt. Das heißt: Der Projektor kann auch seitlich versetzt zur Leinwand aufgestellt werden.

Die Kölner Firma Digital Image hat auf der Photokina sogar ein Beamersystem vorgestellt, das 3-D-Ansichten projizieren kann. Voraussetzung ist ein Rechner mit Video-Ausgang und Anschluss für Shutter-Brillen, mit denen Projektionen dreidimensional wahrgenommen werden können. Der Beamer ist mit Polarisationsfiltern und einer speziellen Rückprojektionsscheibe ausgestattet, die auch Visualisierungen bei Tageslicht möglich machen.

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