Prominente Unterstützer und Gegner
Berlin entscheidet nächste Woche über Olympia

Über eine mögliche Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele 2012 wird in der kommenden Woche eine Entscheidung fallen. Obwohl die Bewerbungsfrist beim Nationalen Olympischen Komitee (NOK) erst am 31. Dezember abläuft, haben sich die in Koalitionsverhandlungen befindlichen Parteien SPD und PDS diese Frist gesetzt.

dpa BERLIN. Die CDU-Fraktion, die eine Bewerbung befürwortet, will in der letzten Abgeordnetenhaussitzung in diesem Jahr am 13. Dezember eine Abstimmung darüber beantragen. SPD und PDS hatten die Olympia-Frage unter einen starken Finanzierungsvorbehalt gestellt.

In der SPD gibt es kein einheitliches Meinungsbild. Nach Ansicht des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) muss eine Olympia-Bewerbung im Zusammenhang mit den harten Einschnitten gesehen werden, vor denen Berlin jetzt stehe. Kosten im Falle einer Ausrichtung der Spiele und Nutzen für die Stadt Berlin müssten analysiert und gewichtet werden. Berlin bringe für eine Bewerbung aber gute Voraussetzungen durch mehrere neue Sportarenen, die trotz der 1993 gescheiterten Bewerbung für das Jahr 2000 für knapp 800 Mill. DM gebaut wurden. Bis 2004 wird auch das marode Olympiastadion für 470 Mill. DM komplett saniert sein.

"Nur als identitätsstiftendes Projekt für ganz Berlin sinnvoll"

Sportsenator Klaus Böger gilt als Befürworter einer Kandidatur. Für SPD-Chef Peter Strieder wäre eine Olympia-Bewerbung nur als "identitätsstiftendes Projekt für ganz Berlin" sinnvoll. Die Sportvereine und Menschen in Ost und West müssten die Olympischen Spiele in ihrer Stadt wollen und nicht nur die Funktionäre und Wirtschaftskapitäne. An der mangelnden Unterstützung der Bevölkerung war unter anderem 1993 die Olympia-Bewerbung gescheitert.

Auch die PDS hatte bisher betont, für Olympia sei angesichts der Haushaltsmisere kein Geld da. "Die PDS ist dagegen, weil wir das nicht für seriös halten. Wer sich für 2012 bewirbt, muss auch in der Lage sein, die Spiele auszurichten", erklärte PDS-Sprecher Günter Kolodziej noch Ende November. Inzwischen gibt es auch in der PDS Fürsprecher wie den sportpolitischen Sprecher Walter Kaczmarczyk und das frühere Radsport-Idol Gustav Adolf "Täve" Schur, der im Sportausschuss des Bundestages sitzt.

An der Mehrheitshaltung in der PDS-Fraktion hat sich nach Angaben Kolodziejs jedoch nichts geändert. Eine mögliche Ausrichtung der Spiele sei ein finanzielles Risiko, das Berlins derzeitige Haushaltslage nicht zulasse. Die von der Berliner Wirtschaft ins Gespräch gebrachte private Finanzierung gehöre laut Kolodziej "ins Reich der guten Wünsche".

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