Prominenten-Magazine von schlechter Marktentwicklung weniger betroffen
Burda startet Werbeangriff für Traditionsblatt Bunte

Das Traditionsblatt des Burda-Verlags, das Magazin Bunte, wird aufpoliert. Trotz des flauen Marktes für Zeitschriften und Zeitungen wird die Münchener Hubert Burda Media jetzt 9 Mill. Euro investieren, sagte Burda People Group-Geschäftsführer Philipp Welte im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Summe ist für eine Werbeoffensive und Überarbeitung vergleichsweise hoch.

DÜSSELDORF. "Unsere Branche steckt mitten in einem brutalen Verdrängungswettbewerb, der sowohl den Anzeigen- als auch den Vertriebsmarkt erfasst hat", sagt Welte. "Wir wollen unsere Position an der Spitze des Marktes ausbauen." Bunte ist unter den Prominenten-Magazinen vor Gala aus dem Verlag Gruner + Jahr das größte. Im ersten Quartal ist laut IVW die verkaufte Bunte-Auflage im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht zurückgegangen, das Konkurrenzprodukt Gala hat dagegen mehr verkauft. Bunte rangiert bei den aktuelle Zeitschriften der Branchenerhebung IVW im ersten Quartal mit 758 000 verkauften Exemplaren in der Auflage direkt hinter Focus.

Bereits am Sonntag startet in der Axel-Springer-Zeitung Welt am Sonntag eine Werbekampagne für das Magazin. Die Kampagne soll im Fernsehen und anderen Publikums-, Wirtschafts- und Finanztiteln erscheinen, um die Werbekundschaft auf das Burda-Blatt aufmerksam zu machen. Auch Gala arbeitet: "Wir werden unsere Anzeigenkampagne demnächst anpassen", sagt Wilhelm Jacob, Geschäftsführer der G + J-Tochter Norddeutsche Verlagsgesellschaft.

"Der Bunten ist es gelungen, sich von der allgemeinen negativen Entwicklung im Zeitschriftenmarkt abzuhängen", sagt ein Marktbeobachter eines anderen Verlagshauses. Während die Werbeumsätze der meisten Zeitungs- und Zeitschriftenverlage nach Brancheneinschätzungen seit über einem Jahr weiter zurückgehen, vermelden die Prominenten-Magazine Bunte und Gala seit mehreren Quartalen sowohl steigende Abonnentenzahlen, relativ stabilen Einzelverkauf wie auch ein konstantes Anzeigenaufkommen.

Burda wird das so genannte People-Magazin künftig auf hochwertigerem Papier und im Magazin-Format wie das Nachrichtenmagazin Focus drucken, um das Heft für Anzeigenkunden attraktiver zu machen. Der Verkaufspreis soll um 10 Cent auf 2,30 Euro klettern

.

Für Mediaplaner, die Vermittler zwischen Werbekunden und Verlagen, hat die Bunte vor drei Jahren im Segment der Prominenten-Magazine einen Aufschwung eingeleitet: Das Umfeld der Promi-Berichte wurde für die Werbekundschaft immer attraktiver. Seitdem haben schon viele Titel versucht, auf den lukrativen Trend der Promi-Berichterstattung aufzuspringen.

Dass die Bunte trotz ihrer verhältnismäßig stabilen Marktentwicklung die Werbetrommel rührt, liegt an der allgemein verhaltenen Stimmung der Werbekunden. "Bei den Verlagen herrscht große Nervosität, wie sich der Markt weiterentwickelt", sagt Print-Experte Dietmar Rehker von der Media-Agentur Mediacom Europe, die unter anderem für den Autokonzern VW Werbeplätze sucht. "Bei Mediaplanern gelten Print-Titel als nicht mehr zeitgemäß, denn die Verlage stellen kaum transparente Daten über das Leserverhalten zur Verfügung", so Rehker.

Quelle: Handelsblatt

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