Promovierter Betriebswirt
Porträt: Frank Steffel greift nach der Macht

Frank Steffel hat sich bisher als ein Mann für's Grobe hervorgetan. Das Poltern hat sich der 35-jährige Chef der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus offenbar von seinem politischen Ziehvater und zurückgetretenen Vorgänger Klaus Landowsky abgeguckt.

rtr BERLIN. Seit dem Bruch der CDU/SPD-Koalition und dem Sturz des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) warnt Steffel vor einer Wiederkehr des Kommunismus. "Das ist der schwärzeste Tag Berlins seit dem Mauerbau", schimpfte er über den Sturz Diepgens durch die rot-rot-grüne Parlamentsmehrheit. Am Sonntag nominierte ihn der Landesvorstand Parteikreisen zufolge einstimmig zum Spitzenkandidaten für die im Herbst geplante Neuwahl.

Ähnlich wie der neue Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist Steffel, Chef einer mittelständischen Raumausstattungsfirma, außerhalb Berlins ein eher unbeschriebenes Blatt. Der promovierte Betriebswirt stammt aus dem bodenständigen Bezirk Reinickendorf im Norden Berlins. Sein Lebenslauf weist den neuen Hoffnungsträger der unversehens in die Opposition gedrängten Berliner CDU unter anderem als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Frohnau aus.

Zur Kandidatur haben ihn offenbar nicht nur landespolitische Parteifreunde wie Landowsky aufgefordert. Auch Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat ihn nach Informationen der "Bild"-Zeitung gedrängt: "Frank, Sie müssen das machen." Das Büro Kohl lehnte es allerdings ab, den Bericht zu bestätigen.

Seit seinem 17. Lebensjahr engagiert sich Steffel in der Politik und hat dabei die übliche Ochsentour absolviert: Er war Vorsitzender von Schüler- und Junger Union in Reinickendorf, Mitglied im CDU-Kreisvorstand, Bezirksverordneter, Abgeordnetenhausmitglied, stellvertretender Fraktionschef und Mitglied im CDU-Landesvortand. Seit Mai steht er an der Spitze der Fraktion, nachdem Landowsky wegen seiner Verwicklung die Berliner Banken- und Spendenaffäre aus allen Ämtern geschieden war. Dem dem Landesparlament gehört Steffel seit 1991 an. Sein Direktmandat in Reinickendorf verteidigte er 1999 mit fast 40 %punkten Vorsprung vor dem SPD-Kandidaten.

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