Prost-Rekord eingestellt
Michael Schumacher ist zum vierten Mal Weltmeister

Ein souveräner Michael Schumacher hat in der Gluthitze von Budapest kühlen Kopf bewahrt und sich vorzeitig zum vierten Mal zum "König" der Formel 1 gekrönt.

dpa BUDAPEST. Der ungefährdete und unspektakuläre Rekord-Sieg beim Großen Preis von Ungarn sicherte dem Ferrari-Star nicht nur den schnellsten Weltmeister-Titel seiner Karriere und den zweiten mit der "Scuderia" in Folge. Ferrari bejubelte dank Rubens Barrichello auch einen Doppel-Erfolg und den Gewinn der Konstrukteurs-WM. Vor rund 120 000 Zuschauern, davon weit mehr als die Hälfte aus Deutschland, vergrößerte Schumacher seinen Vorsprung am Sonntag auf nicht mehr einholbare 43 Punkte vor David Coulthard, der Dritter wurde. "Ich liebe euch alle, ihr seid ein Superteam", funkte Michael Schumacher noch aus dem Auto in die Box.

Mit dem vierten Titel nach 1994, 1995 und 2000 holte Schumacher Alain Prost in der "ewigen" Rangliste der Weltmeister sowie als Rekordhalter bei den Siegen mit seinem 51. Grand-Prix-Triumph ein. Niemand hat mehr Siege in der Formel 1, nur einer hat mehr WM-Titel: Der fünfmalige Champion Juan Manuel Fangio. Michael Schumacher hat in der Gesamtwertung vor den vier noch ausstehenden Rennen 94 Punkte, Coulthard 51. Barrichello schob sich mit 46 Zählern vor Ralf Schumacher (44).

Michael Schumacher holte auf dem Hungaroring nach 77 Runden und 306,075 km bei Außentemperaturen von über 30 Grad seinen siebten Saisonsieg vor Barrichello und Coulthard. Ralf Schumacher wurde im Williams-BMW Vierter, der Mönchengladbacher Sauber-Pilot Nick Heidfeld sicherte sich als Sechster einen Punkt, Heinz-Harald Frentzen schied beim Prost-Debüt aus.

Langeweile für den Rest der Saison

Der Weltmeister 2001 stand nach 13 von 17 Saisonrennen fest. So früh war die Titel-Entscheidung zuletzt 1992 gefallen, als der Brite Nigel Mansell ebenfalls in Budapest vorzeitig alles klar machte. Dem geschäftstüchtigen Formel-1-"Boss" Bernie Ecclestone dürfte dies nicht gefallen. Für den Rest der Saison droht Langeweile.

Noch nie war Schumacher in seinen elf Formel-1-Jahren so schnell Weltmeister geworden. Seine Titel 1994, 1995 und 2000 waren alle zu einem späteren Zeitpunkt der Saison entschieden. Lob für den von Saisonbeginn an führenden Schumacher kam sogar von der Konkurrenz. "Er hat den Titel verdient", sagte sein früherer WM-Rivale Mika Häkkinen, der Fünfter wurde.

Auf dem Weg zur Startaufstellung war dem Titelverteidiger ein Missgeschick passiert. Schumacher setzte seinen Ferrari ins Kiesbett, die Mechaniker mussten den Dienstwagen noch schnell säubern. Doch beim Start ging alles glatt: Schumacher, der nach der 41. Pole Position seiner Karriere in Reihe eins neben Coulthard stand, kam gut weg. Kollege Barrichello überholte den Schotten und hielt dem Deutschen den Rücken frei.

Bis zum ersten Boxenstopp zog das Führungs-Quartett mit Ralf Schumacher als Viertem in unveränderter Reihenfolge seine Kreise. Der Spitzenreiter erzielte einen Rundenrekord nach dem anderen. Der Vorsprung wuchs. Der Ferrari war mit einem neuen Aerodynamik-Paket für den Hungaroring ausgestattet worden, der ähnlich wie der Kurs in Monaco viel Anpressdruck erfordert. Das Rennen ist extrem anstrengend, im Cockpit fühlen sich die Piloten wie in der Sauna, auf Grund der vielen Kurven gibt es keine "Verschnaufpausen" während des Fahrens.

Michael Schumacher kam in der 29. Runde zum ersten Mal zum Tanken und kehrte danach als Dritter vor Bruder Ralf auf die Strecke zurück. Coulthard stoppte vier Runden später, machte aber einen Platz gut. McLaren-Chef Ron Dennis ballte erfreut die Fäuste, als sich der Schotte vor Barrichello einordnen und von da an Schumacher direkt jagen konnte. Der zunächst fast 14 Sekunden betragende Vorsprung schmolz etwas. Beim zweiten Boxenstopp war Coulthard der Verlierer. Schumacher kam nach 52 Runden zum Halt, dann Barrichello (53), anschließend der Schotte. Als er die Boxengasse verließ, zog der Brasilianer an dem Silberpfeil-Piloten knapp vorbei. So blieb es bis zum Schluss.

Für Rückkehrer Heinz-Harald Frentzen kam beim Debüt im Prost nicht ins Ziel. Er rutschte in Runde 67 von der Strecke und blieb stehen. Der Mönchengladbacher hat bei seinem neuen Team einen Vertrag bis Saisonende. Prost hat signalisiert, dass er mit dem Rheinländer gerne auch für das kommende Jahr verlängern würde. Doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

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