Protest auf der VW-Hauptversammlung am Donnerstag angekündigt
Fonds machen Front gegen VW-Aktienrückkaufpläne

Einflussreiche Geldanlagefonds machen gegen die VW-Pläne zum Rückkauf von Stammaktien des Konzerns Front. Mit einem Protest auf der VW-Hauptversammlung am Donnerstag wollen sie eine Umwandlung von aufgekauften stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Stammaktien hinwirken, was ihnen spürbare Kursgewinne brächte.

ddp/vwd FRANKFURT. "Wir werden auf der VW-Hauptversammlung bei dem entsprechenden Tagesordnungspunkt mit Nein stimmen", kündigte ein Sprecher der Union-Investment mbH-Gesellschaft in Frankfurt am Main an. Union, eine der größten deutschen Fondsgesellschaften, will erreichen, dass die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien auf stimmrechtslose Vorzugsaktien begrenzt wird.

Union schloss sich damit der Kritik der angloamerikanischen Anlagegesellschaft Liverpool Limited Partnership an dem geplanten Rückkauf von VW-Stammaktien an. Der Wolfsburger Konzern will sich von den Aktionären den Rückkauf von weiteren zehn Prozent der eigenen Aktien genehmigen lassen, um die eingesammelten Papiere als mögliche Akquisitionswährung für den Erwerb anderer Unternehmen oder von Firmenanteilen parat zu haben. Ein Rückkauf von Vorzugsaktien ist nach VW-Argumentation hingegen nicht sinnvoll, weil die stimmrechtlosen Vorzugsaktien nicht als Akquisitionsmittel geeignet sind.

Für die Inhaber von VW-Vorzugsaktien, darunter die Union Investment, würde eine Umwandlung gehörige Kursgewinne bedeuten, schreibt die "Financial Times Deutschland". Die VW-Stämme notierten zu Wochenbeginn bei Börsenschluss mit 58 Euro, die Vorzüge hingegen nur mit 38 Euro.

Hohe Kosten bei Rückkauf von Stammaktien

Ein Union-Sprecher sagte, sein Haus sei Freund des Grundsatzes "one share, one vote". Stimmrechtslose Vorzugsaktien seien anachronistisch und "ein Auslaufmodell". VW versuche möglicherweise, sich durch den Rückerwerb auch von Stammaktien "unübernehmbar" zu machen, vermutete der Union-Sprecher. Auch wenn Union grundsätzlich organisches Wachstum bevorzuge, solle ein Unternehmen übernehmbar bleiben. "Der beste Schutz gegen Übernahmen ist ein hoher Aktienpreis", unterstrich der Sprecher.

Als weiteres Argument gegen den Rückkauf von Stammaktien führte der Union-Vertreter die Kosten an. Diese seien wesentlich höher als bei Vorzugsaktien. Ein Rückerwerb von Stämmen wäre daher ein ineffizienter Einsatz von Aktionärskapital. Die Vorzugsaktien seien viel billiger, sagte ein Vertreter des Liverpool-Fonds der "Financial Times Deutschland". "Dieses Vorgehen kostet die VW-Aktionäre 400 Mill. Euro mehr als nötig", betonte er.

Ein Unions-Manager rechnet der Zeitung zufolge jedoch nicht damit, dass Forderungen wie der Rückkauf von Vorzugsaktien oder die Umwandlung in Stammaktien bereits am Donnerstag auf der VW-Hauptversammlung beschlossen werden. "Das ist ein Prozess, der genau wie bie SAP, Siemens, MAN oder RWE seine Zeit braucht", fügte er hinzu.

Die Union hatte auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom als einziger großer Fonds Vorstandschef Ron Sommer die Entlastung verweigert.

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